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Kundgebung zum 21. Todestag von Khomeini: Iran: "Demokratischste Regierung der Welt"

Kundgebung zum 21. Todestag von Khomeini : Iran: "Demokratischste Regierung der Welt"

Teheran (RPO). Die iranische Führung hat eine Großkundgebung zum 21. Todestag des Revolutionsführers Ayatollah Khomeini als Demonstration der Stärke gegen die Opposition genutzt. Vor mehr als zwei Millionen Menschen kritisierte Präsident Mahmud Ahmadinedschad auch Israel.

Mit fast 50.000 Bussen wurden etwa zwei Millionen Anhänger der iranischen Führung aus allen Landesteilen zu Khomeinis Mausoleum im Süden von Teheran gebracht, wie die Behörden mitteilten. Ahmadinedschad rief dazu auf, das Vermächtnis von Khomeini, der 1979 nach der Schah-Herrschaft die Islamische Republik gegründet hatte, zu ehren.

"Diejenigen, die das Ansehen der Islamischen Republik schmälern, können sich nicht auf den Imam (Khomeini) berufen", sagte Ahmadinedschad. Er warf den Oppositionsführern im Land vor, sich auf die Seite der Monarchisten, der verbotenen Volksmudschahedin oder des Westens geschlagen zu haben. Es würden aber alle, die sich von Khomeinis Linie entfernten, "vom Volk hinweggefegt".

"Die demokratischste Regierung der Welt"

Auch Chamenei sagte in seiner Rede, es sei "nicht hinnehmbar, dass jemand sich auf die Linie des Imams beruft, während er von den USA, Großbritannien, der CIA, dem (israelischen Geheimdienst) Mossad", den Monarchisten und den Volksmudschahedin unterstützt werde. Erst am Vortag hatte Oppositionführer Mehdi Karubi diesen Alleinvertretungsanspruch der Regierung deutlich kritisiert.

Kritik an seiner Wiederwahl am 12. Juni 2009 wies Ahmadinedschad zurück. "Die iranische Regierung ist die demokratischste Regierung der Welt", sagte er. Die von Fälschungsvorwürfen überschattete Wahl vor einem Jahr sei "hundertprozentig frei" gewesen. Für den Jahrestag der Wiederwahl haben die damals unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Mussawi und Karubi sowie acht reformorientierte Oppositionsgruppen bereits Proteste angemeldet.

Die Behörden haben noch nicht über eine Autorisierung entschieden. Der Präsidentschaftswahl vergangenes Jahr folgten wochenlange Proteste der Opposition, bei denen dutzende Menschen starben und tausende Menschen festgenommen wurden.

"Sicherer Tod des zionistischen Regimes"

Ahmadinedschad nutzte seine Rede auch, um Israel erneut öffentlich anzugreifen. "Den zionistischen Anführern sage ich: 60 Jahre Gräuel sind genug. Jede weitere Aggression wird den sicheren Tod des zionistischen Regimes zur Folge haben", sagte er vier Tage nachdem Israel eine Hilfslieferung für den Gazastreifen gewaltsam gestoppt hatte. Dabei waren neun Aktivisten ums Leben gekommen.

Der Enkel Khomeinis, Hassan Khomeini, der bei der Präsidentschaftswahl Oppositionskandidat Mussawi nahestand, wurde bei dem Versuch, im Mausoleum seines Großvaters eine Rede zu halten, von Anhängern der Regierung immer wieder unterbrochen. Unter den Rufen der Menge musste er seine Bemühungen schließlich aufgeben, wie Bilder des staatlichen Fernsehens zeigten.

Dem unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Karubi hatten Regierungsanhänger bereits am Donnerstagabend einen Besuch des Khomeini-Mausoleums verwehrt. Laut der Nachrichtenagentur Fars wurde Karubi vor dem Gebäude beschimpft und musste unter dem Schutz seiner Leibwächter das Gelände wieder verlassen.

(AFP/nbe)