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Iran bricht Atomvertrag: Land setzt mehr Zentrifugen ein

Anreicherung von Uran : Iran bricht erneut den Atomvertrag

Das 2015 geschlossene Atomabkommen schreibt vor, dass der Iran keine Kernwaffen bauen darf. Laut dem Chef des Atomprogramms hat das Land die Zahl der Zentrifugen zur Uran-Anreicherung jedoch verdoppelt.

Der Iran arbeitet nach Angaben des Atomchefs Ali Akbar Salehi an schnelleren Zentrifugen, die den Prozess der Urananreicherung wesentlich beschleunigen sollen. Die seit September genutzten neuen Geräte seien zehnmal schneller als die alten IR-1-Zentrifugen, deren Betrieb längst eingestellt worden sei, sagte Salehi, der auch Vizepräsident ist, am Montag im Staatssender IRIB.

Damit verstößt Teheran gegen die Richtlinien des Wiener Atomabkommens von 2015. Danach darf die Islamische Republik nur die ältere Generation der Zentrifugen (IR-1) nutzen, Uran lediglich auf 3,67 Prozent anreichern und nicht mehr als 300 Kilogramm an Uranbestand haben. Die auf 3,67 Prozent begrenzte Urananreicherung war einer der Kernpunkte des Wiener Vertrags, um den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern.

Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen. Seither verletzte der Iran in drei Schritten Bestimmungen des Abkommens. Ende der Woche soll Phase vier beginnen. Teheran fordert die Aufhebung der US-Sanktionen. Die US-Regierung will die Führung in Teheran mit harten Sanktionen zwingen, das Abkommen neu auszuhandeln und härteren Auflagen zuzustimmen. Die verbliebenen Vertragspartner - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - befürchten, dass der Iran ganz aus dem Abkommen aussteigen und unbegrenzt Uran anreichern könnte.

(atrie/dpa)