Iran bestreitet erfolgreichen US-Cyberangriff

Reaktion auf Drohnen-Abschuss : Iran bestreitet erfolgreichen US-Cyberangriff

Laut Irans Telekommunikationsminister hat es keinen erfolgreichen US-Cyberangriff auf iranische Computersysteme gegeben. Er beklagte sich den anhaltenden „Cyberterrorismus“ gegenüber dem Iran.

Auf Twitter schrieb Mohammed Dschawad Asarari Dschahromi am Montag, Teheran sei es bislang gelungen, alle Cyberangriffe auf sein Land zu vereiteln. Zuvor hatten US-Medien über einen US-Cyberangriff auf den Iran als Vergeltung für eine vom Iran abgeschossene US-Drohne berichtet.

Ohne die USA direkt zu nennen, erklärte Asarari Dschahromi: "Sie haben keinen erfolgreichen Angriff ausgeführt, obwohl sie viele Anstrengungen in diese Richtung unternommen haben."

Allerdings sehe sich sein Land seit langem "Cyberterrorismus" und "Unilateralismus" ausgesetzt. Dabei bezog sich Asarari Dschahromi auf den 2010 entdeckten "Stuxnet"-Virus, mit dem die USA und Israel versucht haben sollen, iranische Atomanlagen zu treffen, sowie auf die US-Sanktionen gegen sein Land.

Im vergangenen Jahr habe der Iran dank seines Abwehrsystems Dedschpha 33 Millionen Cyberangriffe vereitelt, erklärte der Telekommunikationsminister.

Am Samstag hatten US-Medien über US-Cyberangriffe auf iranische Computer als Vergeltung für die am Donnerstag vom Iran abgeschossene US-Drohne berichtet. Einer der Angriffe galt demnach iranischen Computern, mit denen Starts von Raketen und Lenkwaffen überwacht werden.

Bei "Yahoo! News" hieß es unter Berufung auf zwei ehemalige Geheimdienstvertreter, die US-Cyberangriffe hätten zudem ein Spionagenetzwerk getroffen, das Schiffe in der Straße von Hormus beobachtete. Dort waren Mitte Juni zwei Tanker angegriffen worden, wofür Washington den Iran verantwortlich macht.

Unterdessen landete US-Außenminister Mike Pompeo am Montag zu Gesprächen in Saudi-Arabien. Vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit dem Iran gehe es darum, sicherzustellen, "dass wir alle strategisch auf einer Linie liegen", hatte Pompeo vor seinem Abflug am Sonntag erklärt. Saudi-Arabien und die Emirate seien "großartige Verbündete in der Herausforderung, die der Iran darstellt".

isd/ma

(mja/AFP)
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