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Washington: Irakische Armee plant mit US-Hilfe Großoffensive gegen IS

Washington : Irakische Armee plant mit US-Hilfe Großoffensive gegen IS

Mehr als 20 000 irakische Soldaten sollen im kommenden Frühjahr die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückdrängen. Unterstützung dafür kommt laut einem Bericht der "New York Times" vom US-Verteidigungsministerium. Unklar ist, ob sich amerikanische Heeressoldaten an der Großoffensive beteiligen.

Bis Ende 2015 sollen die vom IS besetzten Gebiete im Norden und Westen Iraks mit wichtigen Städten wie Mossul sowie bedeutende Straßen und die Grenzgebiete zu Syrien wieder unter irakische Kontrolle gebracht werden, berichtet das Blatt weiter. Die Operation steht jedoch vor erheblichen Herausforderungen - nicht zuletzt, weil die Bevölkerungsgruppen in der Region verfeindet sind und weil dem IS nun Monate Zeit bleiben, sich neu zu gruppieren.

Die personelle Aufstellung der US-Streitkräfte im Irak soll sich deshalb ändern: Eine neue Task Force soll unter anderem von der derzeit bedrohten westirakischen Provinz Anbar aus operieren. Zusätzlich bauen die USA auf die Unterstützung ihrer Verbündeten Australien, Kanada und Norwegen, die sich bereit erklärt haben, mehrere Hundert Spezialkräfte für die Ausbildung der irakischen Armee zu entsenden. Nach der Ermordung von rund 200 Mitgliedern eines sunnitischen Stammes, darunter Kinder, durch den IS werden in Anbar Rufe nach einer Aufrüstung der dortigen Stämme laut.

Aus Furcht vor einer neuen Anschlagswelle sunnitischer Extremisten am heutigen wichtigsten Feiertag der Schiiten hat der Irak die Sicherheitsmaßnahmen massiv erhöht. Mehr als 33 000 Sicherheitskräfte sollen die Millionen Pilger schützen, die zum muslimischen Aschura-Fest in der Stadt Kerbela, südlich von Bagdad, erwartet werden.

Landesweit gehen die Kämpfe gegen die IS weiter. In der nordsyrischen Grenzstadt Kobane melden kurdische Aktivisten nach Ankunft erster Peschmerga-Soldaten aus dem Nordirak Fortschritte im Kampf gegen die Extremisten. Idriss Nassan, ein Sprecher der kurdischen Verteidiger Kobanes, sagte, dass die Lage der Kurden deutlich besser geworden sei. Die Kämpfer versuchten nun, die Versorgungswege der Dschihadisten in der Ortschaft nahe der Grenze zur Türkei zu kappen.

Der IS hat nach eigenen Angaben in Syrien binnen einer Woche ein zweites Gasfeld erobert. Die Gruppe stellte 18 Fotos ins Internet, die unter anderem eine gehisste IS-Fahne auf dem Gasfeld Dschahar zeigen, wie der Dienst "Site" berichtete, der islamistische Webseiten beobachtet. Den Islamisten sei es auch gelungen, zwei Panzer, Geländewagen und Maschinengewehre zu erobern.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sind die Verbündeten im Kampf gegen IS

(RP)