Angriff gegen Rebellen: Irak: US-Armee startet neue Offensive

Angriff gegen Rebellen : Irak: US-Armee startet neue Offensive

Bagdad (rpo). Das neue Jahr Im Irak beginnt, wie das alte Jahr geendet hat: Gewalttätig. Einen Monat vor den geplanten Wahlen im Irak hat die US-Armee eine neue Offensive gegen Rebellen in den Sunnitengebieten südlich von Bagdad gestartet.

"Das Areal zählt zu den letzten in der Nähe Bagdads, in denen sich die Rebellen bei ihren Operationen noch sicher fühlen", sagte Oberstleutnant James Hutton von der 1. Kavalleriedivision am Freitag. Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi sprach mit Blick auf die Wahlen in seiner Neujahrsansprache von entscheidenden Weichenstellungen 2005. Die Gruppe des als Terroristen gesuchten Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi gab die Ermordung von fünf Nationalgardisten bekannt.

Die Offensive südlich von Bagdad sei bereits vor einigen Tagen in einer Reihe von Orten angelaufen, die wegen häufiger Überfälle und Entführungen als "Dreieck des Todes" bekannt seien. Die Rebellen müssten einsehen, dass sie ihre Ziele nicht erreichen können, sagte Hutton. "Sie müssen wissen, dass wir sie aus der Luft beobachten, ihre Kommunikation abhören, sie auf dem Boden verfolgen und Kampfeinsätze gegen sie führen werden." Die Offensive ist die dritte seit Oktober in der Region um die Städte Iskandarijah, Mahmudijah, Latifijah und Jusifiyah.

Die Sarkawi-Gruppe verbreitete am Samstag im Internet ein Video, auf dem fünf in zivil gekleidete Männer, die als Mitglieder der Nationalgarde bezeichnet werden, von maskierten Männern an die Wand gestellt und erschossen werden. In dem Video werden keine Angaben zum Datum des Geschehens gemacht. Auch in Ischaki, 100 Kilometer nördlich von Bagdad, starben zwei Nationalgardisten, als ihre Stellung mit Mörsern geschossen wurde. Unter acht am Freitag und Samstag bei Angriffen in Bagdad getöteten Irakern waren ebenfalls zwei Nationalgardisten.

Die US-Armee kündigte am Neujahrstag die Freilassung von fast 260 Häftlingen aus den Gefängnissen Abu Ghraib und Camp Bucca an. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben eines Armeesprechers mehr als 9000 Gefangene freigelassen. Noch rund 7000 Gefangene sitzen weiter in Haft, darunter 2300 in Abu Ghraib.

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Allawi wies in seiner Neujahrsansprache auf die Bedeutung der ersten freien Wahlen am 30. Januar für die Zukunft des Landes hin. "Das neue Jahr wird für die Geschichte und die Zukunft unserer Nation entscheidend sein", sagte der Ministerpräsident. Der wirtschaftliche und politische Fortschritt erfordere einen demokratischen Rahmen. Seine Vision für die Zeit nach den Wahlen sei, dass "der Irak stark in seiner politischen und gesellschaftlichen Struktur wird und innerlich vereint zu Frieden und Stabilität in der Region beitragen wird".

(afp)
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