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Irak: Raketenbeschuss auf Grüne Zone in Bagdad - Einschlag nahe US-Botschaft

Einschlag nahe US-Botschaft im Irak : Raketenbeschuss auf Grüne Zone in Bagdad

In der Grünen Zone in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Samstagabend zwei Geschosse eingeschlagen. Zudem wurde der irakische Luftwaffenstützpunkt Al-Balad von zwei Katjuscha-Raketen getroffen. Die Hisbollah ruft irakische Soldaten auf, sich von US-Stützpunkten zu entfernen.

Das teilten irakische Sicherheitsvertreter sowie Verantwortliche der Grünen Zone mit. In dem Gebiet befindet sich die US-Botschaft, die am Dienstag von tauenden pro-iranischen Demonstranten attackiert worden war, bevor die USA in der Nacht zum Freitag den iranischen General Kassem Soleimani nahe des Flughafens von Bagdad gezielt töteten. Auf dem Gelände der US-Botschaft schrillten sofort die Sirenen, wie dortige Kreise der Nachrichtenagentur AFP sagten. In der US-Botschaft befinden sich sowohl Diplomaten als auch US-Truppen.

Zudem sollen zwei Katjuscha-Raketen nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf dem irakischen Luftwaffenstützpunkt Al-Balad eingeschlagen sein, auf dem auch US-Soldaten stationiert sind. Die Al-Balad-Basis nördlich von Bagdad sei von den Raketen getroffen worden, hieß es aus den Sicherheitskreisen. Die Luftwaffenbasis, auf der die US-Ausbilder für das irakische Militär untergebracht sind, wurde schon mehrfach Ziel von bewaffneten Angriffen. Im vergangenen Jahr wurde sie etwa mit Mörsergranaten attackiert, im August wurden bei der Explosion eines Waffenlagers in der Nähe zudem zwei Menschen getötet.

Außerdem gab es einen Granatenangriff auf das Bagdader Stadtviertel Dschadria. Dabei sind Polizeikreisen zufolge fünf Personen verletzt worden.

Am Abend haben pro-iranischen Hisbollah-Brigaden im Irak die irakischen Truppen und Sicherheitskräfte aufgefordert, sich von US-Soldaten auf Stützpunkten im Irak zu entfernen. "Wir fordern die Sicherheitskräfte im Land auf, sich ab Sonntag um 17 Uhr (15 Uhr MEZ) mindestens 1000 Meter von US-Stützpunkten zu entfernen", teilte die Gruppe am Samstag mit.

Derweil bemüht sich Österreich um eine Deeskalation des Konflikts: Der kommende Bundeskanzler der Alpenrepublik, Sebastian Kurz, hat in der Krise zwischen den USA und Iran einen Gipfel in Wien ins Gespräch gebracht. Kurz sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Tötung des Generals ist eine Reaktion gewesen auf das iranische Vorgehen und iranische Verhalten in der Zeit davor. Es gab immer wieder Anschläge auf US-Diplomaten und US-Einrichtungen. Insofern ist es zu bewerten als das, was es war: nämlich eine Reaktion. Jetzt ist trotzdem wichtig, dass die Situation nicht weiter eskaliert, und daher sollte man den Krisenmechanismus nutzen, den das Iran Abkommen auch vorsieht. Wien steht selbstverständlich als Standort für mögliche Verhandlungen zur Verfügung, wenn der Iran und die USA wieder Gespräche führen wollen. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht bei den Verhandlungen zum Atomabkommen und glauben daran, dass Diplomatie auch in dieser Situation der einzig richtige Weg ist, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.“

Zudem forderte der volle Unterstützung für Israel. „Ganz besonders leidtragend ist natürlich Israel. Ein demokratischer Staat mitten in diesem Spannungsfeld, mitten in dieser schwierigen Weltregion, daher verdient Israel auch unsere volle Unterstützung. Es ist unsere Pflicht, nicht nur drauf zu achten, dass es keine Anschläge in Europa gibt, sondern auch alles zu tun, damit Israel selbstbestimmt und sicher in dieser krisengebeutelten Region bestehen kann.“

(felt/AFP/REU/dpa)