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Irak plant Offensive gegen IS

Großoffensive angekündigt : Irak plant Offensive gegen IS

Seit Wochen trainieren Militärausbilder der USA und anderer westlicher Staaten irakische Soldaten. Nun könnten sie bald in der Lage sein, die Extremisten am Boden zurückzuschlagen.

Die irakische Armee plant nach US-Angaben eine großangelegte Bodenoffensive, um die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Land zu vertreiben. Der Angriff werde in den nächsten Wochen beginnen, sagte der US-Sondergesandte zur Koordinierung des internationalen Bündnisses gegen den IS, John Allen, der jordanischen Nachrichtenagentur Petra. Die USA täten alles, was in ihrer Macht stehe, um die irakischen Streitkräfte zu unterstützen.

Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte das Vorgehen des Bündnisses gegen den IS scharf. Durch "plumpes und unverantwortliches Eingreifen von außen" sei die Lage im Irak und in Syrien erst zu dem geworden, was sie heute ist, sagte Putin vor einem Besuch in Kairo der Zeitung "Al-Ahram". Strategie und Taktik der US-geführten Allianz seien "unverhältnismäßig im Vergleich zu der realen Bedrohung".

Im Irak rücken Armee und kurdische Peschmerga bereits am Boden gegen den IS vor. Der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar, sagte am Wochenende, es gebe einen Militäreinsatz nordwestlich der Millionenstadt Mossul. Laut des kurdischen Nachrichtenportals Rudaw begannen IS-Kämpfer mit Evakuierungen im Stadtzentrum.

US-Außenminister John Kerry hatte zuvor in einem NBC-Interview erklärt, die Allianz habe 22 Prozent der bevölkerten Gebiete im Irak und in Syrien zurückerobert. Die USA, Deutschland und andere westliche Staaten unterstützen den Irak mit Ausbildern in vier Militärlagern.

Auch aus Syrien kommen Hinweise, dass der IS zunehmend unter Druck steht. Die Nachrichtenseite Zaman al-Wasl berichtete, die Miliz wolle Kämpfer aus dem Umland der Stadt Aleppo in andere Gebiete verlegen.
In Syrien hatte der IS den monatelangen Kampf um die vor allem von Kurden bewohnte Grenzstadt Kobane verloren. Die USA und ihre Verbündeten verstärkten zuletzt zudem ihre Luftangriffe auf IS-Ziele, nachdem die Extremisten einen jordanischen Piloten verbrannt hatten.

In Bagdad kamen nur einen Tag nach Aufhebung einer nächtlichen Ausgangssperre bei einem Selbstmordanschlag auf ein Restaurant 22 Menschen ums Leben. Auch nördlich der irakischen Hauptstadt riss ein Selbstmordattentäter vier Menschen mit in den Tod, wie irakische Medien berichteten. Die Anschläge ereigneten sich in zwei vor allem von Schiiten bewohnten Gebieten. In der Vergangenheit hatte sich mehrfach die Sunnitenmiliz IS zu solchen Anschlägen bekannt.