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Irak: IS zündet sieben Autobomben gleichzeitig - zehn Tote

Mindestens zehn Tote im Irak : IS zündet sieben Autobomben gleichzeitig

Während die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordosten Syriens eine Offensive auf eine von Kurden kontrollierte Region an der Grenze zur Türkei gestartet hat, sind bei einer Reihe von Selbstmordanschlägen der Dschihadistenmiliz in der westirakischen Stadt Ramadi mindestens zehn Menschen getötet worden.

Die Dschihadisten hätten beinahe zeitgleich sieben mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge hochgehen lassen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ersten Erkenntnissen zufolge gab es mindestens zehn Tote und 30 Verletzte.

Ziel der Anschläge waren von den Regierungstruppen gehaltene Stadtteile im Zentrum Ramadis, der Hauptstadt der Provinz Anbar. Die Regierungstruppen kämpfen seit Monaten gegen IS-Kämpfer, die die meisten Stadtteile in den Außenbezirken der Stadt kontrollieren und regelmäßig Sicherheitskräfte im Zentrum der Stadt angreifen. Nach Polizeiangaben brachen nach den Anschlägen vom Mittwoch in mehreren Gegenden Kämpfe aus. In IS-nahen sozialen Netzwerken hieß es, unter den Selbstmordattentätern seien ein Belgier, ein Syrer und ein Kämpfer aus dem Kaukasus gewesen.

IS-Offensive in Syrien

Derweil hat der IS im Nordosten Syriens eine Offensive auf eine von Kurden kontrollierte Region an der Grenze zur Türkei gestartet. Rund 1000 Kämpfer der Extremisten hätten zwei Orte südlich der Grenzstadt Ras al-Ain angegriffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Bei den heftigen Kämpfen seien auf beiden Seiten Dutzende getötet worden.

In der Region hatten IS-Kämpfer Ende Februar mehrere Dörfer überrannt und mehr als 200 assyrische Christen verschleppt. Die meisten von ihnen sind bis heute in der Gewalt der Dschihadisten. Ras al-Ain an der syrisch-türkischen Grenze liegt rund 180 Kilometer östlich der Stadt Kobane, die kurdische Einheiten Ende Januar aus den Händen des IS befreit hatten.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, Gegner der Extremisten hätten mit Hilfe von Luftschlägen der Anti-IS-Koalition eine wichtige IS-Verbindungsroute zwischen dem Nordosten Syriens und dem Nordirak abgeschnitten. In der Region nordöstlich der Stadt Al-Hassaka hatte es in den vergangenen Wochen heftige Kämpfe zwischen Kurden und Dschihadisten gegeben.

Iraks Armee nimmt Teile Tikrits ein

Unterdessen haben mehr als eine Woche nach Beginn einer Großoffensive gegen die Terrormiliz irakische Streitkräfte die Einnahme erster Teile der Stadt Tikrit gemeldet. Armee und schiitische Milizen hätten Gebiete im Norden und Westen Tikrits unter ihre Kontrolle gebracht, erklärte ein irakischer Offizieller am Mittwoch. Es gebe nur schwachen Widerstand des Islamischen Staates (IS). Wegen zahlreicher Sprengfallen kämen die irakische Kräfte dennoch nur langsam voran.
Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad liegt an einer wichtigen Verbindungsroute zwischen der Hauptstadt und der IS-Hochburg Mossul im Norden des Landes.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Iraks Armee rückt im Kampf gegen IS auf Tikrit vor

(AFP)