US-Armee verstärkt Truppen: Irak: Gewalt vor den Wahlen nimmt zu

US-Armee verstärkt Truppen : Irak: Gewalt vor den Wahlen nimmt zu

Bagdad (rpo). Mindestens 19 Menschen riss ein Selbstmordattentäter am Sonntag im Irak in den Tod. Der Attentäter selbst verlor auch sein Leben, als ein in einem Fahrzeug versteckter Sprengsatz explodierte. Das US-Militär teilte mit, dass sich der schreckliche Vorfall bei Balad, etwa 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, ereignete. Die Armee bereitet sich auf die Zunahme von Gewalt vor den Wahlen vor.

18 Nationalgardisten und eine Zivilistin waren unter den Toten. Zunächst war bei dem Anschlag von Balad von 16 toten Nationalgardisten die Rede gewesen. Zwei weitere starben jedoch laut US-Armee auf dem Weg ins Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen. Bei der getöteten Zivilistin handelte es sich um eine Frau, die zum Zeitpunkt der Explosion auf der Straße entlangfuhr. Sechs weitere Nationalgardisten wurden verletzt.

In Mossul wurde die Zahl der US-Soldaten zur Verstärkung der Sicherheit vor den Wahlen aufgestockt. In den Sunnitengebieten südlich von Bagdad startete die US-Armee nach eigenen Angaben eine neue Offensive gegen Aufständische. Ministerpräsident Ijad Allawi sprach mit Blick auf die Wahlen von entscheidenden Weichenstellungen 2005.

Die Armee nannte keine konkreten Zahlen; der TV-Sender CNN berichtete von zusätzlichen 6.000 bis 8.000 Mann. Die neue US-Offensive südlich von Bagdad lief nach Angaben des US-Militärs bereits vor einigen Tagen in einer Reihe von Orten an, die wegen häufiger Überfälle und Entführungen als "Dreieck des Todes" bekannt sind.

Die Gruppe des als Terroristen gesuchten Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi bekannte sich am Samstag zur Ermordung des Vorsitzenden des Provinzrates von Bakubaa, dessen Bruders sowie von fünf Nationalgardisten. In einem von Sarkawis Anhängern verbreiteten Video ist zu sehen, wie fünf Männer, die als Mitglieder der Nationalgarde bezeichnet werden, von Maskierten erschossen werden.

Allawi sagte in seiner Neujahrsansprache mit Blick auf die am 30. Januar geplanten ersten freien Wahlen im Irak: "Das neue Jahr wird für die Geschichte und die Zukunft unserer Nation entscheidend sein. " Er wünsche sich, dass "der Irak stark in seiner politischen und gesellschaftlichen Struktur wird und innerlich vereint zu Frieden und Stabilität in der Region beitragen wird".

(afp)
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