Irak: Al-Maliki fordert Verhängung des Ausnahmezustands

Rebellen nehmen Stadt Mossul ein : Irak: Al-Maliki fordert Verhängung des Ausnahmezustands

Nach den Angriffen auf die Stadt Mossul hat Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki am Dienstag das Parlament aufgefordert, den Ausnahmezustand zu verhängen. Das sagte der Regierungschef in einer im Fernsehen ausgestrahlten Pressekonferenz.

Bewaffnete Aufständische haben nach Angaben der Regierung am Dienstag die zweitgrößte irakische Stadt Mossul unter ihre Kontrolle gebracht. Die Stadt im Norden des Landes sei "nicht mehr unter staatlicher Kontrolle und in den Händen der Aufständischen", sagte ein Vertreter des Innenministeriums.

Bewaffnete Aufständische haben nach Angaben der Regierung zudem die Kontrolle über die gesamte Region Ninive übernommen. Parlamentspräsident Ussama al-Nudschaifi sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz, die gesamt nördliche Provinz, deren Hauptstadt Mossul ist, sei "in die Hände der Aufständischen gefallen". Nun wollten die Rebellen in die Nachbarprovinz Salaheddin "einfallen".

Al-Nudschaifi sagte, er stehe im Kontakt mit mehreren Vertretern von Regierung und Armee Es müssten "alle Kräfte im Irak mobilisiert und internationale Anführer gewarnt" werden, um dieser "Terroroffensive die Stirn zu bieten". Andernfalls werde diese sich auf den gesamten Irak ausweiten.

Zuvor hatte es in Mossul mehrere Tage lang Kämpfe zwischen Rebellen und der irakischen Armee gegeben. Am Sonntag waren in Mossul bei Gefechten zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen acht Menschen getötet worden. Tags zuvor hatte es dort Anschläge mit dutzenden Toten gegeben.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass Dutzende Kämpfer das Hauptquartier der Provinzregierung besetzt haben. Die mit Maschinengewehren und Raketenwerfern ausgerüsteten Aufständischen stürmten das Regierungsgebäude am späten Montagabend, wie der Pressesprecher der Provinz Ninewa, Ali Mahmud, am Dienstag sagte. Sie hätten die Wächter vor dem Gebäude in einem kurzen Feuergefecht überwunden. Der Gouverneur Athil al-Nudschaifi sei in einem Gästehaus in der Nähe gewesen und unverletzt aus der Gegend entkommen.

Zuvor hatten die Bewaffneten einige Polizeistationen in der Stadt in Brand gesetzt und Verhaftete befreit. Es wird angenommen, dass die Kämpfer der Al-Kaida-Splittergruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien angehören. Mossul, früher eine Hochburg für Al-Kaida-Kämpfer, ist die zweitgrößte irakische Stadt und liegt 360 Kilometer nordwestlich von Bagdad.

(AFP/AP)
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