OVCW kontrolliert in Syrien: Inspekteure zerstören sechs C-Waffen-Fabriken

OVCW kontrolliert in Syrien : Inspekteure zerstören sechs C-Waffen-Fabriken

Erster Erfolg im Kampf gegen Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten: Die Inspekteure der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) haben inzwischen sechs Produktionsstätten für tödliche Kampfmittel in Syrien zerstört.

Insgesamt seien bislang elf von 20 Standorten kontrolliert worden, die auf einer von Syriens Präsident Baschar al-Assad bereitgestellten Bestandsliste stünden, teilte die Organisation am Mittwoch in Den Haag mit. Neben Anlagen zur Herstellung von C-Waffen sei auch Munition unschädlich gemacht worden. Bis zum 1. November sollen die Inspektoren die Liste abgearbeitet und sämtliche Produktionsstätten dauerhaft nutzlos gemacht haben.

Derzeit halten sich rund 60 Experten der OVCW und UNO in Syrien auf, um im Auftrag des UN-Sicherheitsrats die dort lagernden Chemiewaffen zu erfassen und zu beseitigen. Assad hatte angesichts eines drohenden US-Militärschlags zugestimmt, das Arsenal unter internationale Kontrolle zu stellen und bis Juni 2014 vernichten zu lassen. Syrien war kürzlich als 190. Staat der internationalen Chemiewaffenkonvention beigetreten. Hintergrund war ein Angriff mit dem Nervengift Sarin, bei dem Ende August in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus mehrere hundert Menschen getötet worden waren.

In Syrien hatte nach der brutalen Niederschlagung von Protesten gegen Assad im März 2011 ein blutiger Bürgerkrieg begonnen. Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen wurden nach Schätzungen oppositionsnaher Aktivisten bislang mehr als 115.000 Menschen getötet. Für ihr Bemühen, die internationale Verbreitung von Chemiewaffen in Syrien und anderen Ländern zu stoppen, hatte die OVCW vergangene Woche den Friedensnobelpreis erhalten.

(AFP)