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Inhaftierte Journalisten Yücel und Tolu - Freispruchsforderung

„Wie lange soll diese Farce noch andauern?“ : „Reporter ohne Grenzen“ fordert Freispruch von Yücel und Tolu

Vor der Fortsetzung der Prozesse gegen Deniz Yücel und Mesale Tolu in der Türkei hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ erneut den Freispruch beider Journalisten gefordert.

„Auch rund zwei Jahre nach ihrer Freilassung bleiben Deniz Yücel und Mesale Tolu in den Augen der türkischen Justiz Kriminelle, obwohl sie nur ihre Arbeit gemacht haben“, sagte Geschäftsführer Christian Mihr am Dienstag in Berlin. „Wie lange soll diese Farce noch andauern?“ Die nächste Gerichtsverhandlung im Prozess gegen den deutsch-türkischen Journalisten Yücel ist für Donnerstag angesetzt, das Verfahren gegen die aus Ulm stammende Tolu soll am 25. Februar in Istanbul weitergehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel „Propaganda für eine Terrororganisation“ und „Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit“ vor. Im Februar 2017 hatte ein Haftrichter Untersuchungshaft gegen Yücel angeordnete, der seit Mai 2015 als Türkei-Korrespondent für die „Welt“ arbeitete. Der Journalist hatte sich in einigen seiner Artikel kritisch über den Kurdenkonflikt und den Putschversuch im Juli 2016 geäußert. Er saß gut ein Jahr im Gefängnis, davon rund zehn Monate in Isolationshaft. Im Februar 2018 wurde er freigelassen und kehrte nach Deutschland zurück. Ende Juni 2018 begann der Prozess in Istanbul in seiner Abwesenheit, die Verhandlung am Donnerstag ist die sechste seitdem.

Nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ sind in der Türkei aktuell mindestens 22 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit inhaftiert. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht das Land auf Platz 157 von 180 Staaten.

(ala/epd)