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In fünf Jahren auf den Mond: Trump-Regierung setzt Nasa unter Druck

In fünf Jahren auf den Mond : Trump-Regierung setzt Nasa unter Druck

Die Trump-Regierung will zum Mond - und zwar viel schneller als von der Nasa geplant. Vizepräsident Mike Pence setzt die Raumfahrtbehörde unter gehörigen Druck. Die arbeitet nun mit Hochdruck an der Entwicklung einer Mega-Rakete.

Die US-Regierung setzt die Nasa bei geplanten bemannten Mond-Missionen unter Druck. Binnen fünf Jahren sollen wieder amerikanische Astronauten auf dem Erdtrabanten landen, sagte Vizepräsident Mike Pence am Dienstag bei einem Auftritt in Huntsville im Staat Alabama. Die Nasa müsse dieses Ziel „mit allen notwendigen Mitteln“ erreichen.

Bei Bedarf könnten Raketen und Landefahrzeuge der Raumfahrtbehörde durch Geräte privater Unternehmen ersetzt werden. Die Nasa peilt eine Mondlandung frühestens für 2028 an.

Es sei an der Zeit, das Tempo zu erhöhen, mahnte Pence, und warnte die Raumfahrtbehörde. Sollte sie nicht bis 2024 Astronauten auf den Mond bringen können, „müssen wir die Organisation ändern, nicht die Mission“, warnte er. Die Nasa müsse sich zu einer schlankeren, transparenteren und agileren Einrichtung wandeln und sich eine „Alle-Mann-an-Bord“-Mentalität verordnen.

„Die Erforschung der Himmel in diesem noch neuen Jahrhundert wird mit oder ohne den USA weitergehen“, erklärte Pence wohl auch mit Blick auf Konkurrenz durch China. „Doch Amerikaner geben sich nicht mit dem zweiten Platz zufrieden. Amerikaner führen, und also werden wir das tun.“ Gleichwohl räumte er ein, dass neben Kompetenz auch Geld nötig sein wird, um die Mond-Mission früher umzusetzen.

In seiner Funktion als Chef des Nationalen Weltraumrats wies Pence die Nasa an, den Südpol des Mondes als Landeort anzupeilen. Dort befinden sich große Mengen an Eis, die für den Wasserbedarf und die Herstellung von Raketentreibstoff genutzt werden könnten.

Nasa-Chef Jim Bridenstine versicherte Pence, dass seine Behörde alles für eine Einhaltung der Frist tun werde. Um Astronauten bis 2024 zum Mond zu schicken, müsse die neue Mega-Rakete der Nasa zum Einsatz kommen. Doch müsse deren Entwicklung und Geschwindigkeit forciert werden.

Noch vor zwei Wochen hatte Bridenstine aber noch von Gedankenspielen in seiner Behörde berichtet, bei einem unbemannten Testflug in die Mondumlaufbahn im Jahr 2020 für den Start der neuen Nasa-Ramkapsel vom Typ Orion lieber Raketen von Privatunternehmen zu verwenden.

Am Dienstag jedoch zeigte sich Bridenstine zuversichtlich, dass das sogenannte Space Launch System SLS - eine Trägerrakete für eine bemannte Weltraumerforschung - für die Mond-Mission gerüstet sei. Nötig sei zudem ein Astronauten-Außenposten in Mondnähe, der als Ausgangspunkt für Landungen auf dem Erdtrabanten fungieren könne.

Doch zeigten sich externe Experten skeptisch, ob schon bis 2024 eine Mond-Mission auf die Beine gestellt werden kann. Schließlich müsse erst noch ein Mond-Landefahrzeug konzipiert, gebaut und getestet werden, sagte Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik in Cambridge im Staat Massachusetts. Auch ohne politische Grabenkämpfe ums Budget sei dies bei einem Zeitrahmen von fünf Jahren eine große Herausforderung.

Im Sommer steht der 50. Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung an. Die Nasa brauchte bis zum Start der legendären Mission im Juli 1969 acht Jahre für sämtliche Vorbereitungen. Im Rückblick sagte Vizepräsident Pence dazu, es sei inakzeptabel, dass Verzögerungen bei der Entwicklung des Space Launch Systems und Kostenüberschreitungen auf eine nächste Mondlandung im Jahr 2028 hinausliefen - und dies fast zwei Jahrzehnte nach dem Start des SLS-Programms.

Die letzte Apollo-Mission zum Mond erfolgte im Jahr 1972; seitdem hat kein Land einen ernsthaften Versuch unternommen, Astronauten wieder auf dessen Oberfläche zu schicken. Seit Jahrzehnten schwankt die Nasa in ihren Prioritäten zwischen dem Mond und dem Mars - ganz nach Gusto der jeweiligen Regierung. So hatte Expräsident Barack Obama noch den Mars als das nächste große Ziel von US-Astronauten ausgegeben, während sein Nachfolger Donald Trump den Mond bevorzugt.

(cpas/dpa)