Impeachment: Trump lässt nach Freispruch Mitarbeiter rausschmeißen

Mitarbeiter-Rausschmiss nach Freispruch : Trumps Rache

Die Zeugenaussagen von Sondland und Vindman belasteten Trump und sein Umfeld in der Ukraine-Affäre. Mittlerweile ist der Präsident zwar freigesprochen, aber er sinnt dennoch auf Rache. Die Demokraten zeigen sich fassungslos.

Die Entlassung zweier Zeugen in der Ukraine-Affäre durch das Weiße Haus ist bei den US-Demokraten auf Entsetzen gestoßen. Der Rauswurf von Oberstleutnant Alexander Vindman sei eine „klare und unverschämte Vergeltungstat“ und zeige, dass Präsident Donald Trump Angst vor der Wahrheit habe, kritisierte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. „Die Rachsucht des Präsidenten ist genau das, was republikanische Senatoren zu Komplizen seiner Vertuschung gemacht hat“, sagte sie mit Blick auf die Ukraine-Affäre und den Freispruch Trumps im Amtsenthebungsverfahren durch die Mehrheit der republikanischen Senatoren.

Kurz nach dem Bekanntwerden von Vindmans Entlassung als Berater im Nationalen Sicherheitsrat war öffentlich geworden, dass auch der US-Botschafter Gordon Sondland entlassen werden sollte. „Mir wurde heute mitgeteilt, dass der Präsident beabsichtigt, mich mit sofortiger Wirkung als Botschafter der Vereinigten Staaten bei der Europäischen Union abzuberufen“, schrieb Sondland in einer Stellungnahme. Wie aus US-Beamtenkreisen verlautete, entschied sich Sondland für eine Kündigung statt selbst den Hut zu nehmen.

Die demokratische Abgeordnete Jackie Speier bezeichnete das Geschehen als „Friday Night Massacre“ und spielte damit auf das sogenannte Saturday Night Massacre unter Ex-Präsident Richard Nixon im Watergate-Skandal an. Damals traten hochrangige Beamte im Justizministerium zurück, nachdem sie sich geweigert hatten, auf Nixons Anordnung hin einen Watergate-Sonderstaatsanwalt zu entlassen. „Ich wette, Trump schäumt vor Wut, dass er Pelosi nicht entlassen kann“, twitterte Speier.

Republikanische Senatoren reagierten am Freitagabend mit Schweigen auf die Personalentscheidungen im Weißen Haus. Dieses hatte etwaige Racheaktionen Trumps gegen die von ihm als Feinde im Impeachment-Prozess wahrgenommenen Personen aber nicht verheimlicht: Noch am Donnerstag sagte Pressesprecherin Stephanie Grisham, manche Leute sollten vielleicht für das Amtsenthebungsverfahren „bezahlen“.

(lukra/ap)