1. Politik
  2. Ausland

Ukraine-Krise: Im Weltkriegs-Panzer durch Donezk unterwegs

Ukraine-Krise : Im Weltkriegs-Panzer durch Donezk unterwegs

Die Stadt Donezk gilt als eine der Hochburgen der pro-russischen Separatisten. Um ihre Kämpfer mit Waffen und schwerem Gerät zu versorgen, bedienten sich die Rebellen auch in Museen. Jetzt haben die Rebellen einem Medienbericht zufolge erneut einen schweren Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg mitgehen lassen.

Wie das Online-Portal "20 Minuten" berichtet, erschienen Rebellen vor zwei Wochen im Weltkriegsmuseum von Donezk. Sie suchten sich aus den Exponaten den am besten erhaltenen Panzer aus und luden ihn auf einen großen Lastwagen. Auch zwei Haubitzen nahmen die Männer mit.

"Sie hatten eine schriftliche Erlaubnis", erklärte ein Wachposten am Eingang des Gebäudes. Auf dem Boden des Museum seien immer noch die Spuren der fehlenden Exponate zu sehen, berichtet "20 Minuten" weiter.

Bei Youtube kursieren seit Wochen Videos, die offenbar Rebellen mit schweren Waffen der Roten Armee zeigen, die teilweise noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammen. Die kurzen Filme wurden von einer Gruppe namens "Anti Maidan" ins Netz gestellt.

Einer der Filme zeigt, wie Männer versuchen einen alten Panzer in einem Freiluftmusuem zu starten. Die Motoren sind deutlich zu hören, aus den beiden Auspuffrohren kommt dicker weißer Rauch. Ob es den Männern gelingt, den Panzer in Bewegung zu setzen, ist nicht mehr zu sehen.

In einem anderen Video ist zu sehen, wie Kämpfer einen Panzer in eine Waschstraße fahren und mit einem Hochdruckreiniger säubern. Der wohl humoristisch gedachte Titel des Films: "Keep your tank clean".

In der Region gehen die schweren Kämpfe indes weiter. Mindestens acht Zivilisten sind nach Angaben der Behörden bei Kämpfen in der Ostukraine ums Leben gekommen. In Lugansk wurden bei Artilleriegefechten in der Nacht zu Montag fünf Menschen getötet und 15 weitere verletzt. In Donezk gab es laut Stadtregierung drei Tote als Folge der Gefechte.

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Separatisten haben sich zuletzt deutlich verschärft. Beide Konfliktparteien machen sich gegenseitig für die steigende Zahl ziviler Opfer verantwortlich. Die Kämpfe behindern zudem die Aufklärung des mutmaßlichen Abschusses der Passagiermaschine der Malaysia Airlines mit 298 Toten über der Region.

(csi)