IAEA-Chefinspektor für Irans Atomanlagen tritt zurück

Gründe unklar: IAEA-Chefinspektor für Irans Atomanlagen tritt zurück

Der Chefinspekteur der Internationalen Atomenergiebehörde ist überraschend zurückgetreten. Der Schritt erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt - die USA haben sich aus dem Atomabkommen mit dem Iran verabschiedet.

Bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien ist der für das iranische Atomprogramm zuständige Chefinspektor Tero Varjoranta zurückgetreten. Gründe für diesen Schritt nannte die Behörde zunächst nicht. IAEA-Chef Yukiya Amano habe Varjorantas bisherigen Mitarbeiter Massimo Aparo interimistisch mit der Funktion des Chefinspektors betraut, sagte ein IAEA-Sprecher. Varjoranta hatte das Amt fast fünf Jahre inne.

Die endgültige Nachfolge werde so schnell wie möglich geregelt. Die Kontrollen der iranischen Atomanlagen würden „höchst professionell“ fortgeführt. Die IAEA kontrolliert seit dem Atom-Abkommen mit dem Iran 2015 in besonders strikter Form die Einhaltung aller Vorschriften. Sie sollen verhindern, dass der Iran eine Atombombe baut. Varjoranta galt als hoch angesehener Experte.

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Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran verkündet. Die IAEA erklärte, es gebe keine Hinweise, dass der Iran den Vertrag von 2015 verletzt habe. Die anderen Partner des Abkommens, darunter auch Deutschland, wollen an dem Deal festhalten.

(wer/dpa)