Hope Hicks: Mitarbeiterin von Donald Trump verlässt das Weiße Haus

Hope Hicks verlässt Weißes Haus: Trumps Kommunikationschefin tritt zurück

Kommunikationschefin Hope Hicks verlässt das Weiße Haus

Donald Trump verliert eine langjährige Vertraute: Hope Hicks, die Kommunikationschefin im Weißen Haus, nimmt ihren Hut. Der Präsident bedauert die Entscheidung. Die Hintergründe sind unklar.

Hope Hicks war am Vortag über acht Stunden lang vom Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses befragt worden, der zur russischen Einmischung in die US-Wahl ermittelt. Sie räumte dabei ein, dass sie gelegentlich für Trump zu "Notlügen" gegriffen habe. Sie habe aber nicht über irgendetwas gelogen, das für die Russland-Untersuchung relevant sei, sagte sie.

Donald Trump bedauerte den Abschied der 29-Jährigen. Der Präsident bezeichnete Hicks als "herausragend". Sie habe "großartige Arbeit" geleistet, und er werde sie an seiner Seite vermissen. Hicks erklärte, sie habe "keine Worte, um ihre Dankbarkeit für Präsident Trump ausdrücken." Zu den Motiven für ihren Abgang äußerte sie sich nicht.

Die 29 Jahre alte Hope Hicks war im August 2017 von Donald Trump zur Kommunikationschefin ernannt worden. Zuvor hatte ihr skandalumwitterter Vorgänger Anthony Scaramucci nach nur zehn Tagen im Amt gehen müssen. Insgesamt war Hicks drei Jahre für Trump tätig.

Das ehemalige Ralph Lauren-Model verfügte über keinerlei politischen Hintergrund, als sie sich 2015 seinem Wahlkampfteam anschloss. Früher arbeitete sie als Model und PR-Expertin für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka. Sie gehörte zu Trumps innerstem Kreis, als eine von wenigen Personen, die keine Familienmitglieder waren. Trump hatte sie jedoch einst als eine "weitere Tochter" bezeichnet.

Meist agierte Hicks eher hinter den Kulissen. Zuletzt wurde allerdings bekannt, dass sie ein Verhältnis mit dem ehemaligen Trump-Mitarbeiter Rob Porter hatte, an dessen Demission sie gleichzeitig mitarbeitete. Porter musste zurücktreten, nachdem zwei Ex-Frauen ihm häusliche Gewalt und Misshandlungen vorgeworfen hatten.

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Hicks galt als wichtige Stütze für Trump, der oft unzufrieden war, wenn sie sich nicht in seiner Nähe aufhielt. In den ersten Monaten der neuen Regierung verbündete sich Hicks mit Ivanka Trump und Jared Kushner gegen nationalistische Stimmen wie den damaligen Chefstrategen Stephen Bannon.

Berater nahmen Hicks' Schritt mit Bedauern auf. "Ich kann mir keinen hier vorstellen, der mit seinem Weggang ein größeres Loch im Weißen Haus hinterlässt als Hope", sagte der Anwalt Ty Cobb. In den kommenden Wochen wird auch der stellvertretende Kommunikationsdirektor Josh Raffel gehen.

Trotz der personellen Turbulenzen versuchte Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders, Spekulationen vorzubeugen. Reportern sagte sie, Hicks werde noch "mehrere Wochen" im Weißen Haus bleiben. Ihre Entscheidung habe nichts mit der Befragung am Vortag in der Russland-Affäre zu tun.

Die Rolle einer Kommunikationsdirektorin ist anders als die einer Pressesprecherin. Während Trumps Sprecherin Sarah Sanders Briefings und Pressekonferenzen gibt, soll eine Kommunikationschefin dafür sorgen, dass aus dem Weißen Haus eine einheitliche Botschaft kommt.

(juju)