Hongkongs Polizei beschlagnahmt 8000 Rollen Toilettenpapier

Demokratiebewegung : Hongkongs Polizei beschlagnahmt 8000 Rollen Toilettenpapier

Das Reich der Mitte duldet nicht mehr, dass man sich in Hongkong über seine Funktionäre lustig macht. Dort wurden jetzt 8000 Rollen Toilettenpapier beschlagnahmt, die das Konterfei des Regierungschefs der Sonderverwaltungszone zeigen. Aktivisten betrachten diese Entwicklung mit Sorge.

Die chinesische Polizei hat nach Angaben einer Hongkonger Partei Tausende Rollen Klopapier beschlagnahmt, die mit dem Konterfei des Regierungschefs der Sonderverwaltungszone bedruckt wurden. Der stellvertretende Vorsitzender der Demokratischen Partei, Lo Kin Hei, sagte am Samstag, an die 8000 Rollen Toilettenpapier und 20 000 Packungen Papiertaschentücher seien in einer Fabrik in Shenzhen konfisziert worden, bei der sie ein Freund der liberalen Partei bestellt habe. Begründet hätten die Behörden die Maßnahme nicht. Lo vermutet, China dulde nicht, dass man sich über ranghohe Politiker wie Leung Chun Ying lustig macht.

Die Rollen sollten beim chinesischen Neujahrsfest verkauft werden, erklärte Lo. Die Beschlagnahme erfolgte nach einem harten Vorgehen Pekings gegen die Demokratiebewegung in Hongkong, die Leung scharf kritisiert hatte. "Ich schätze, die chinesischen Behörden mögen es nicht, wenn die Leute Politiker, insbesondere ranghohe Politiker nach der Bewegung, ins Lächerliche ziehen", sagte Lo. "Sie sind vorsichtiger geworden."

Im vergangenen Jahr hatte die Partei ebenfalls um Neujahrsfest 4000 Toilettenpapierrollen mit Leungs Porträt bedrucken lassen. Das sie schnell ausverkauft waren, seien dieses Jahr doppelt so viele bestellt worden, erklärte Lo.

Die Zeichnungen waren comichaft und alles andere als schmeichelhaft. Eine zeigt Leung mit Vampirzähnen, bei einer anderen stand das Wort "lügen" auf seiner Stirn. Die Symbole der Kommunistischen Partei, Hammer und Sichel, fanden sich ebenfalls auf einigen Darstellungen.

Lo bezeichnete die Beschlagnahmung als besorgniserregende Entwicklung, die in Richtung einer Einschränkung der in der Hongkonger Verfassung garantierten Meinungsfreiheit gehe. Wenn das so weitergehe, würden in Hongkong bald chinesische Verhältnisse herrschen.

(ap)