Hongkong: Polizei gibt Warnschuss bei Demonstrationen ab

Warnschuss abgegeben : Hongkonger Polizei rechtfertigt hartes Vorgehen gegen Demonstranten

Die Polizei in Hongkong hat einen Warnschuss eines Beamten bestätigt. Protestierende hätten den Polizisten am Sonntag umzingelt, dann habe er geschossen, hieß es am Montagmorgen. Die Polizei bestätigte außerdem die Festnahme von 36 Menschen.

Der Beamte sei zu Boden gefallen als Demonstranten harte Objekte auf eine kleine Gruppe Beamter geworfen hätten. so die Polizei. Die Polizisten hielten demnach ihre Schilde hoch, als Demonstranten vorwärts drängten und Stöcke und Stangen schwangen. Sechs Beamte hätten ihre Waffen gezogen, einer habe nach oben gezielt und den Warnschuss abgegeben. Zuvor hatte der Sender RTHK über den Schuss eines Uniformierten berichtet, den ein Reporter beobachtet hatte.

Protestierende hatten zunächst in einem friedlichen Marsch eine der Hauptstraßen blockiert. Dann kam es zu der Auseinandersetzung zwischen Hunderten Protestierenden und der Polizei. Diese setzte Tränengas ein.

Zehntausende waren am Sonntag trotz Regens wieder auf der Straße. Sie versammelten sie sich in der Nähe der Bahnstation Kwai Fong in den sogenannten Hongkonger Neuen Territorien. Sie trugen Regenschirme und Capes. Entlang der Route stellten sich Polizisten in Schutzausrüstung auf. Medien in Hongkong berichteten, die Polizei habe zum ersten Mal Wasserwerfer bereit gemacht. Diese seien am Sonntagabend gemeinsam mit den Polizisten im abgelegenen Bezirk Tsuen Wan durch die Straßen gefahren. Die Polizei testete sie Berichten zufolge zuvor an Barrikaden, die Demonstranten zurückgelassen hatten.

Am Samstag kam es ebenfalls zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Einsatzkräfte nutzten Tränengas, um Protestierende im Gebiet Kowloon Bay zu vertreiben. Diese bauten Barrikaden in den Straßen und legten Feuer. Die Polizei nahm den Angaben nach 29 Menschen im Alter zwischen 17 und 52 Jahren fest. Als mutmaßliche Vergehen wurden unter anderem der Besitz von Angriffswaffen, Angriff auf die Polizei und Teilnahme an einer rechtswidrigen Versammlung aufgelistet.

Seit mehr als zwei Monaten gibt es Proteste in Hongkong. Die Demonstranten fordern demokratische Wahlen und eine Ermittlung zu mutmaßlicher Polizeigewalt gegen die Protestierenden. Den geforderten Rücktritt hatte Regierungschefin Carrie Lam abgelehnt.

(mja/dpa)
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