1. Politik
  2. Ausland

Hongkong: Gericht verurteilt Jimmy Lai zu 14 Monaten Haft

Prodemokratischer Verleger : Gericht in Hongkong verurteilt Jimmy Lai zu 14 Monaten Haft

Der Hongkonger Medienunternehmer und Demokratie-Aktivist Jimmy Lai ist zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auch gegen andere Aktivisten wurden Gefängnisstrafen verhängt.

Lai wurde mit neun anderen Angeklagten beschuldigt, zur Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung aufgerufen zu haben, als sie am 1. Oktober 2019 mit Tausenden anderen Hongkongern eine Straße hinunter liefen, um gegen die Regierung zu protestieren. Das Strafmaß wurde am Freitag bekannt gegeben. Die Pekinger Staatsführung hat die Bürgerrechte in Hongkong seit dem vergangenen Jahr deutlich beschnitten und geht gegen oppositionelle Stimmen vor. Viele Demokratiebefürworter in Hongkong sind verhaftet worden, Dutzende andere sind ins Ausland geflohen.

Der 73-jährige Lai sitzt derzeit eine separate Haftstrafe ab, die ebenfalls im Zusammenhang mit ungenehmigten Protestversammlungen im Jahr 2019 verhängt wurde. Gegen den Gründer der Zeitung „Apple Daily“ laufen zudem Ermittlungen im Zusammenhang wegen des Vorwurfs, mit ausländischen Mächten zusammengearbeitet zu haben, um sich in Hongkonger Angelegenheiten einzumischen.

Alle zehn Angeklagten bekannten sich schuldig, eine ungenehmigte Versammlung organisiert zu haben. Die ehemaligen Parlamentarier Albert Ho, Leung Kwok Hung und Lee Cheuk Yan wurden zu jeweils eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, ebenso Figo Chan, der Leiter einer Organisation, die für das Organisieren von Protesten bekannt ist. Die Aktivisten Yeung Sum, Cyd Ho und Avery Ng müssen 14 Monate ins Gefängnis. Die Strafen gegen zwei weitere, Richard Tsoi und Sin Chung Kai, wurden zur Bewährung ausgesetzt. Manche der Verurteilten sind bereits wegen früherer Urteile in Haft.

(felt/dpa)