Hongkong: Behörden räumen zentrales Protestcamp Admiralty

Demokratiebewegung : Behörden räumen Protestcamp in Hongkong

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong haben die Behörden am Donnerstag mit der Räumung des zentralen Protestcamps Admiralty begonnen. Da Hunderte demonstranten zunächst nicht den Platz verlassen wollten, kündigte die Polizei an, einzugreifen.

Arbeiter bauten unter Anwesenheit von Polizisten und Vertretern der Justiz nach und nach die Barrikaden am Camp ab. Hunderte Demonstranten harrten zunächst weiter auf der Straße aus. Die Polizei bereitete sich nach eigenen Angaben auf einen späteren Einsatz vor, um das Gebiet vollständig zu räumen.

"Das ist nicht das Ende der Bewegung", sagte die Aktivistin Claudia Mo der Nachrichtenagentur AFP. "Das politische Erwachen der jungen Menschen ist unumkehrbar. Wir werden weiterkämpfen." Die Zelte, Versorgungsstationen und Kunstinstallationen der Protestbewegung erstreckten sich entlang einer mehrspurigen Straße im Geschäftsviertel der Stadt - zuletzt hatten sich vor allem die dort angesiedelten Büros über die Proteste beschwert.

Das höchste Gericht in Hongkong hatte die Räumung des zentralen Lagers am Dienstag angeordnet. Die Demokratiebewegung demonstriert in Hongkong seit Wochen für freie Wahlen. Die Regierung in Peking will den Bürgern der früheren britischen Kronkolonie zwar im Jahr 2017 erstmals die Wahl ihres Verwaltungschefs erlauben, aber selbst zuvor die Kandidaten auswählen.

Die Demonstranten hatten mehrere Plätze und Straßen im Zentrum der Metropole besetzt. Die meisten Protestlager wurden inzwischen geräumt. Dabei gab es wiederholt gewaltsame Auseinandersetzungen.

(AFP)