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Valérie Trierweiler: Hollandes Twitter-Fee wird kleinlaut

Valérie Trierweiler : Hollandes Twitter-Fee wird kleinlaut

Nach dem Eklat um ihre Twitter-Nachricht gibt sich Valérie Trierweiler reumütig. In Zukunft will sie sich mehr zurückhalten. Frankreichs Präsident François Hollande hatte sie am Samstag öffentlich in die Schranken gewiesen.

An Frankreichs First Lady scheiden sich die Geister. Die einen schwärmen von ihrer feenhaften Entscheidung, andere verweisen auf ihren vielsagenden Spitznamen, den sie sich im Beruf erworben hatte: Demnach verballhornten einige ehemalige Kollegen Madame Trierweiler zu Madame Rottweiler.

Dass mit ihr in Beziehungssachen nicht gut Kirschen essen ist, bewies die umtriebige Journalistin zuletzt im französischen Wahlkampf. Mit einer Twitter-Botschaft sorgte sie für den bisher größten Eklat in Hollandes Amtszeit, als sie Hollandes Ex in den Rücken fiel, die für die Sozialisten einen Parlamentssitz erobern wollte.

Ganz Frankreich erregte sich über das "Dallas im Elysée", Hollande sah sich zu einer öffentlichen Reaktion gezwungen: Knapp, aber bestimmt erteilte Frankreichs neuer Präsident am französischen Nationalfeiertag seiner Lebensgefährtin eine öffentliche Abfuhr via Fernsehen: "Ich bin für eine klare Abgrenzung zwischen öffentlichem und privatem Leben." Seinen Familienangehörigen habe er gesagt, dass sie "peinlich genau" Privates auch privat halten sollten.

Am Sonntag gelobte Trierweriler Besserung. Sie wolle ihre Worte besonnener wählen, berichteten französische Medien. Nach dem öffentlich ausgetragenen Familienkrach gab sich die 47-Jährige reumütig. "Ich werde es mir künftig dreimal überlegen, bevor ich eine Twitter-Nachricht sende", sagte sie dem Fernsehsender BFM TV.

Die Journalistin, die nach Hollandes Wahl angekündigt hatte, nicht nur "Dekoration" für den Präsidenten sein zu wollen, sondern eigenständig ihr Leben weiterführen zu wollen, trat bei den Feiern zum Nationalfeiertag zwar erstmals seit langem wieder öffentlich auf. Die elegante Blonde hielt sich dabei aber auffällig im Hintergrund.

Die 47-jährige First Lady hatte mitten im Parlamentswahlkampf Position für den Herausforderer von Hollandes Ex-Lebensgefährtin Ségolène Royal bezogen. Dabei war eigentlich vereinbart, dass sie einen Parlamentssitz erobern sollte. "Nur Mut", schrieb die Journalistin Royals Gegner ins Stammbuch. Royal scheiterte am Ende in La Rochelle, obwohl selbst Hollande sich demonstrativ für sie stark gemacht hatte.

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Seitdem hing nicht nur der Haussegen im Elysée-Palast schief, ganz Frankreich diskutierte auch über die angemessene Rolle für eine First Lady. Hollande soll nach Medienberichten tagelang nicht mehr mit seiner Lebensgefährtin geredet haben. Trierweiler war seither bei keinem wichtigen, öffentlichen Auftritt des Präsidenten mehr dabei, auch nicht beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Juli in Reims.

Die vier Kinder, die Hollande gemeinsam mit Ex-Partnerin Royal hat, verweigern nun den Kontakt zur First Lady. Sohn Thomas wurde vom Magazin "Le Point" mit der Einschätzung zu Trierweiler zitiert: "Ich wusste, dass von ihr eines Tages etwas kommen könnte, aber nicht ein solcher Hammer. Das ist unfassbar." Bei einem Abendessen habe Vater Hollande versprochen, dass er sich zu der Twitter-Botschaft öffentlich äußern und die Rolle der Première Dame klarstellen werde. Im Gegenzug solle die Familie aber nicht weiter Öl ins Feuer gießen.

Die erst diese Woche verbreiteten Aussagen des Sohnes, der einen Teil davon bestritt und versicherte, sie seien "aus dem Zusammenhang gerissen", lösten erneut erheblichen Wirbel aus. So hatte der 27-Jährige laut "Le Point" auch kritisiert, dass Trierweiler das kaputt gemacht habe, was sein Vater mühsam aufgebaut habe: Sein Image als "normaler" Präsident, der anders als sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy nicht ständig mit seinem Privatleben in der Presse präsent sein wollte.

Nun versicherte Hollande in dem Fernsehinterview am Samstag, dass sich ein Vorfall wie die Twitter-Affäre nicht wiederholen werde. Die Trennung von Privatem und Politik werde von seinen Familienangehörigen strikt eingehalten werden, hob er hervor. Die Franzosen wollten, dass der Staat von dem geführt werde, den sie gewählt haben. Er verstehe, dass Trierweiler weiter als Journalistin arbeiten wolle, sagte Hollande. "Ansonsten wird sie an meiner Seite dabei sein, wenn es das Protokoll erfordert."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Valérie Trierweiler

(AFP/dpa)