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Heiko Maas & Angelina Jolie fordern Sanktionen gegen sexuelle Gewalt

Vor UN-Sicherheitsrat : Maas und Jolie fordern mehr Einsatz gegen sexualisierte Gewalt

Hollywood-Stars sieht man im UN-Sicherheitsrat eher selten. Doch am Freitag, bei einer Debatte zur sexuellen Gewalt in Konflikten, redete Angelina Jolie dem Gremium ins Gewissen: Die Weltgemeinschaft versage.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die Weltgemeinschaft zu einem engagierteren Vorgehen gegen sexualisierte Gewalt in Konflikten aufgerufen. „Vergewaltigung, Zwangsprostitution und sexuelle Versklavung werden nach wie vor in Konflikten überall auf der Welt als Waffen eingesetzt“, sagte er am Freitag in einer Videokonferenz des UN-Sicherheitsrates zu dem Thema. Seit der Verabschiedung der einschlägigen Sicherheitsratsresolution 1325 vor 20 Jahren seien kaum Fortschritte erkennbar.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Im <a href="https://twitter.com/UN?ref_src=twsrc%5Etfw">@un</a>-Sicherheitsrat haben wir über eine Pandemie gesprochen, die viel älter ist als <a href="https://twitter.com/hashtag/COVID19?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#COVID19</a>, aber nicht weniger verheerend: sexualisierte Gewalt. Wir müssen der Resolution 2467 Taten folgen lassen, um Überlebende sexualisierter Gewalt in Konflikten zu schützen und zu stärken. <a href="https://t.co/cgToqYjR0y">pic.twitter.com/cgToqYjR0y</a></p>&mdash; Heiko Maas 🇪🇺 (@HeikoMaas) <a href="https://twitter.com/HeikoMaas/status/1284149950411087873?ref_src=twsrc%5Etfw">July 17, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Auch Schauspielerin Angelina Jolie, die als Sondergesandte des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR eingeladen war, redete dem mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen ins Gewissen. Am Beispiel überlebender Kinder der ethnisch-religiösen Gruppe der Jesiden nach dem Völkermord durch die Terrormiliz IS beschrieb Jolie, wie mangelhaft die Hilfe für diese nach wie vor sei. Die spärlichen psychosozialen Dienste würden den Bedarf der Opfer bei weitem nicht erfüllen.

 Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) trifft 2019 in New York die US-Schauspielerin Angelina Jolie, UN-Sondergesandte für Flüchtlinge.
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) trifft 2019 in New York die US-Schauspielerin Angelina Jolie, UN-Sondergesandte für Flüchtlinge. Foto: dpa/Photothek.Net

„Der Mangel an Dienstleistungen resultiert aus dem Versäumnis der internationalen Gemeinschaft, die Mittel bereitzustellen, sowie aus dem Mangel an politischem Willen“, sagte Jolie. Genauso düster sehe es bei der Verfolgung von Tätern aus. Kein einziger mutmaßlicher Verantwortlicher sexueller Gewalt sei bis heute zur Rechenschaft gezogen worden. Jolie war von den deutschen Veranstaltern der Debatte eingeladen worden. Deutschland sitzt dem Sicherheitsrat in New York im Juli vor.

Tausende Jesiden im Irak wurden 2014 und in den Folgejahren Opfer der IS-Terrorgruppe, als die Dschihadisten die Region Sindschar im Nordwesten des Landes überrannten. Tausende Männer der Minderheit wurden vom IS umgebracht, die Frauen oftmals versklavt und vergewaltigt. Eine von ihnen ist die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad.

Auch Maas forderte, es müsse gewährleistet werden, dass Überlebende die medizinische und rechtliche Unterstützung bekommen, die sie verdienen. Frauen müssten zudem eine zentrale Rolle bei der Friedenskonsolidierung spielen. „Ohne Gleichstellung der Geschlechter und ohne Menschenrechte bleiben dauerhafter Frieden und langfristige Aussöhnung unerreichbar.“

Der deutsche Außenminister verlangte zudem, dass Sanktionen eine größere Rolle dabei spielen müssten, sexualisierter Gewalt ein Ende zu setzen. Und schließlich müssten die Täter zur Verantwortung gezogen werden. „Straflosigkeit muss ein Ende haben“, sagte Maas.

(juw/dpa)