Handelsstreit zwischen USA und China: Donald Trump und Xi Jinping senden versöhnliche Töne

Handelsstreit : Trump sendet versöhnliche Töne an China

Nach Monaten der Eskalation ändert US-Präsident Trump seinen Ton gegenüber China. Es bahnt sich offenbar eine Einigung im Handelsstreit an. Die Aktienmärkte reagieren erleichtert.

US-Präsident Donald Trump will den Handelsstreit mit China laut einem Medienbericht noch in diesem Monat aus der Welt schaffen. Zum Treffen der G20-Staaten Ende November wolle er ein Handelsabkommen mit dem Präsidenten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, Xi Jinping, abschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Trump habe bereits Regierungsmitarbeiter mit der Ausarbeitung von Details beauftragt.

Auslöser für diesen Schritt sei das Telefonat mit Xi Jinping am Donnerstag gewesen, dem ersten Gespräch der beiden Präsidenten seit sechs Monaten. Trump selbst hatte das Gespräch als „lang und sehr gut“ bezeichnet und sich über Twitter positiv zum Verlauf der Gespräche über ein Handelsabkommen geäußert. Das Außenministerium in Peking teilte nach dem Telefonat mit, Xi Jinping sei „sehr glücklich“ gewesen, wieder mit Trump gesprochen zu haben. Von einem möglichen Abkommen war aber zunächst keine Rede.

Die Hoffnung auf ein Ende des monatelangen Zollstreits beflügelte am Freitag die asiatischen Börsen. Der Aktienmarkt in China reagierte mit deutlichen Aufschlägen. Der Shanghai Composite legte bis zum Nachmittag (Ortszeit) um 2,7 Prozent auf 2676 Punkte zu, der Hang Seng in Hongkong sprang um 3,6 Prozent nach oben auf 26341 Punkte.

Der zuletzt eskalierende Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften hält Anleger seit Monaten in Atem. Ökonomen fürchten, dass ein anhaltender Konflikt schwerwiegende Folgen für die gesamte Weltwirtschaft haben könnte. Trump ist das enorme US-Handelsdefizit im Warenverkehr mit China ein Dorn im Auge. Auch wirft er Peking Dumpingpreise sowie Technologiediebstahl vor.

Die Staats- und Regierungschef der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer treffen sich am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires zu ihrem alljährlichen Gipfel. Nachdem die USA den Handelsstreit mit China begonnen hatte, haben sich beide Seiten mit immer neuen Runden von gegenseitigen Strafzöllen überzogen. Die US-Regierung verhängte Zusatzzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar und damit etwa die Hälfte aller Einfuhren aus der Volksrepublik. China hat sich unter anderem mit Zöllen auf Importe aus den USA, vor allem im Agrarsektor, zur Wehr gesetzt.

(wer/rtr/dpa)
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