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Grünen-Chef Habeck nennt Rede von Donald Trump in Davos ein Desaster

Grünen-Chef Habeck über Davos : „Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz“

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Rede von US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos scharf kritisiert. Sie sei ein „Desaster“ gewesen.

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Eröffnungsrede von US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos „ein Desaster für die Konferenz“, genannt. Nach dem Auftritt des US-Präsidenten sei „noch klarer“ zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse, sagte er in einem von einer ZDF-Journalistin bei Twitter verbreiteten Video: „Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Grünen Chef Robert Habeck zu Trump Rede in <a href="https://twitter.com/hashtag/Davos?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Davos</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/weg2020?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#weg2020</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/zdfheute?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#zdfheute</a> <a href="https://t.co/Fw0uVzYMrb">pic.twitter.com/Fw0uVzYMrb</a></p>&mdash; Katrin Eigendorf (@KEigendorf) <a href="https://twitter.com/KEigendorf/status/1219584338599272450?ref_src=twsrc%5Etfw">January 21, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Der US-Präsident hatte in Davos vor Pessimismus gewarnt. Angst und Zweifel seien nicht gut, man sollte optimistischer nach vorne schauen. „Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen“, sagte Trump, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. Früher pflegte er den Klimawandel einen „Scherz“ zu nennen. Davon ist er mittlerweile abgerückt. Aber trotz wissenschaftlicher Beweise bezweifelt er immer noch, dass die Klimaveränderungen menschengemacht sind. Auch Prognosen zu drastischen Auswirkungen des Klimawandels stellt er in Frage.

Die Rede des US-Präsidenten in Davos hat nach Ansicht von Habeck das Problem gezeigt: „Manche Politiker bewegen sich noch schneller in die Richtung, die unseren Planeten erst in die schwierige Situation gebracht haben, in der wir sind.“

Seine Äußerungen brachten Habeck umgehend eine Replik aus US-Kreisen ein. US-Botschafter Richard Grenell kritisierte Habeck anschließend über die „Bild“-Zeitung. „Er hätte besser zuhören sollen. Dann hätte er vielleicht verstanden, wie man eine Wirtschaft massiv wachsen lassen und zeitgleich den CO2-Ausstoß senken kann – zwei Dinge, die er noch lernen muss“, sagte Grenell nach Angaben des Blattes. Wie das gehen soll, ließ er allerdings offen.

Auch in der CDU stießen Habecks Äußerungen auf massiven Unmut. „Es ist schon eine Leistung, sich durch die Kritik an Präsident Trump selbst zu disqualifizieren; das ist Habeck gelungen“, sagte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Habecks Aussage, Trump sei „der Gegner, er steht für all die Probleme, die wir haben“, offenbare „mindestens eine erschreckende außenpolitische Einfältigkeit des grünen Spitzenmannes“. Trump sei schließlich „der demokratisch gewählte Präsident des Landes, das das Rückgrat unserer eigenen Sicherheit bildet“.

In einem n-tv-Interview betonte Habeck, Deutschland habe den USA viel zu verdanken, unter anderem die Befreiung vom Faschismus. Dies könne nicht durch einen US-Präsidenten alles kaputt gemacht werden. Man müsse ihn besuchen, aber man müsse ihm auch widersprechen. Dies könne man vielleicht auch ein bisschen höflicher tun, als er es getan habe „im ersten Brast“. „Aber: Der Typ braucht Widerrede.“

Die Hilfsorganisation Oxfam wiederum stieß in ein ähnliches Horn wie Habeck: Es sei beschämend, dass der Präsident eine Verkaufsrede für die amerikanische Öl- und Gasindustrie halte, statt Bedrohungen des Klimanotstands zu begegnen.

(pen/dpa)