Nach Sturm auf Botschaftsgelände Großbritannien schließt Botschaft in Teheran

Teheran · Nach der Erstürmung seiner Botschaft in Teheran will Großbritannien die diplomatische Vertretung in der iranischen Hauptstadt vorerst schließen. Auch Norwegen schließt seine Botschaft in Teheran. Als Begründung gab die Regierung in Oslo Sicherheitsbedenken an.

November 2011: Britische Botschaft in Teheran gestürmt
7 Bilder

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Aus der britischen Botschaft werde das gesamte Personal werde abgezogen, hieß es am Mittwoch aus westlichen Diplomatenkreisen.

Demnach sollen die Mitarbeiter zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate ausreisen. Bereits am Vormittag sollten erste Diplomaten mit einem Flugzeug nach Dubai gebracht werden. Im Lauf des Tages sollten alle Mitarbeiter der Vertretung ausgeflogen werden, hieß es.

Trotz starker Polizeipräsenz vor der Botschaft war es regierungstreuen Demonstranten am Dienstag zwei Mal gelungen, auf das Botschaftsgelände in Teheran vorzudringen. Sie verwüsteten Büros, verbrannten Dokumente und ersetzten die britische durch die iranische Flagge. Am Abend räumte die Polizei das Gelände.

Die Proteste richteten sich gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms.

Der britische Premierminister David Cameron machte die iranische Regierung für den Vorfall verantwortlich und drohte dem Land mit "ernsten Konsequenzen". US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Angriff als "inakzeptabel". Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bestellte den iranischen Botschafter in Berlin ein.

(AFP/dapd)
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