Griechenland: Schäuble erwartet keine rasche Lösung

Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit: Schäuble erwartet keine rasche Lösung für Griechenland

In der Griechenland-Krise zeichnet sich nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) keine rasche Lösung ab. Beim Treffen der Euro-Finanzminister Ende nächster Woche in Riga sei mit keiner Einigung zu rechnen.

"Niemand erwartet, dass es eine Lösung gibt", sagte Schäuble am Mittwoch in New York auf einer Veranstaltung des "Council on Foreign Relations". Auch in den nächsten Wochen sei wohl keine Verständigung möglich.

Ansteckungsgefahren für die anderen Euro-Länder im Zuge der Griechenland-Krise befürchtet Schäuble nicht: "Ich bin ziemlich optimistisch, dass das nicht passiert." Das Schlüsselproblem Griechenlands sei die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Das Land müsse wettbewerbsfähiger werden. Sonst drohten die Hilfen ein Fass ohne Boden zu werden. Bis heute gebe es aber keine neue Idee, wie dieses Problem gelöst werden könne.

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Griechenland habe seit 2011 zwar bessere Wirtschaftsdaten erreicht, aber die neue Athener Regierung habe "all diese Zahlen zerstört". "Niemand hat eine Idee, wie wir uns über ein ambitionierteres Programm einigen sollten", sagte Schäuble weiter.

Schäuble warnte vor überzogenen Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in Europa: "Man kann nicht erwarten, dass Europa die höchsten Wachstumsraten weltweit aufweist." Die Euro-Zone werde nicht der Motor der Weltwirtschaft sein, aber einen Beitrag leisten für nachhaltiges Wachstum. Mit Blick auf die aktuelle Euro-Schwäche sagte Schäuble, bei wieder anziehender Konjunktur werde auch der Wechselkurs wieder steigen.

(dpa)
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