Großbritanniens Premierminister: Gordon Brown droht zu erblinden

Großbritanniens Premierminister: Gordon Brown droht zu erblinden

London (RP). Bankenkrise, dramatische Umfragewerte – eigentlich hat Großbritanniens Premier Gordon Brown in diesen Tagen schon beruflich genug Probleme. Doch der Workaholic in der Downing Street, der angeblich um fünf Uhr morgens seinen Mitarbeitern die ersten Anweisungen per Mail zuschickt, hat auch privat eine große Sorge. Der 57-Jährige leidet an schlimmen Augenproblemen, die ihn am Ende sogar erblinden lassen können.

London (RP). Bankenkrise, dramatische Umfragewerte — eigentlich hat Großbritanniens Premier Gordon Brown in diesen Tagen schon beruflich genug Probleme. Doch der Workaholic in der Downing Street, der angeblich um fünf Uhr morgens seinen Mitarbeitern die ersten Anweisungen per Mail zuschickt, hat auch privat eine große Sorge. Der 57-Jährige leidet an schlimmen Augenproblemen, die ihn am Ende sogar erblinden lassen können.

"Er strahlt stoische Gelassenheit aus, aber es fällt ihm schwer", zitiert der "Daily Telegraph" einen anonymen Freund des Regierungschefs. "Sie werden Gordon nicht begreifen, wenn Sie seine Angst nicht verstehen, eines Tages blind zu werden." Bei einem Sportunfall hatte Brown als 16-Jähriger ein Auge verloren. Nun, so verlautet aus Regierungskreisen, drohe sich im gesunden Auge des Premiers die Netzhaut abzulösen. Schon jetzt habe er Schwierigkeiten mit Texten, heißt es.

"Wir werden aus der Finanzkrise gestärkt herauskommen", las der Retter der britischen Banken gestern bei einer Pressekonferenz in London vom Manuskript ab. Die Buchstaben darin waren riesig: So groß, dass man noch aus einigen Metern Entfernung mitlesen konnte.

Wer Brown bei solchen Terminen gegenübersitzt, fühlt sich meist nicht sehr wohl: Wenn Fragen aus den hinteren Reihen kommen, schaut der Regierungschef gelegentlich in die falsche Richtung. Dieser "erstarrte Gesichtsausdruck" verleitet manche Kolumnisten dazu, Brown als einen "mürrischen Schotten" darzustellen. Man könnte ihn auch mit der schwachen Sicht des Premiers erklären.

Der dramatische Unfall, bei dem der damals 16-Jährige ein Auge verlor, ereignete sich kurz vor seinem Studienbeginn in Edinburgh: Auf dem Rugbyfeld trat ein Spieler Brown aus Versehen auf den Kopf. Er sah links zunächst wie durch einen Schleier, dann gar nicht mehr. Der junge Schotte verbrachte Wochen in einem verdunkelten Krankenhauszimmer, unfähig zu lesen oder zu gehen. Drei Operationen halfen nicht.

  • Britischer Premier Gordon Brown : Gefeiert wie Supermann

Bald funktionierte auch das rechte Auge nicht mehr richtig. "Er hatte es eilig, vieles zu schaffen, weil er sich vor der totalen Blindheit fürchtete", erinnert sich Browns Bruder John. Der ambitionierte Politiker hatte Glück: Einem jungen Arzt gelang es im Jahr 1970, mit einer Lasertherapie die beschädigte Netzhaut des damals 19-Jährigen zu reparieren.

Der "schottische Patient" musste achtsam sein: Ein versehentlicher Schlag ins Gesicht hätte schwerste Folgen gehabt. "Alle waren sehr besorgt um sein Auge", sagte ein Jugendfreund des Premiers in der Zeitung "Daily Mail". "Im Pub bildeten wir einen Schutzkreis um ihn herum, damit nichts passierte".

Laut Medienberichten spielt Brown heute nur mit größter Vorsicht Tennis. Er fährt nie selbst Auto. Bei der Arbeit in der Downing Street ist der Regierungschef angeblich oft auf Hilfe seiner Mitarbeiter angewiesen. "Um eine Antwort zu bekommen, schreibe ich ihm E-Mails in einer 36-Punkt-Riesenschrift", erzählte ein Regierungsbeamter dem "Daily Telegraph".

Nach Angaben der Zeitung muss Brown gelegentlich bei Veranstaltungen betreut werden, weil er schlecht sieht. So soll der Labour-Chef auf dem Parteitag im März im Saal herumgeirrt sei, weil er den Ausgang nicht gefunden habe. Ein anderes Mal sollen Browns Mitarbeiter während einer Veteranenehrung einen Minister zur Seite geschoben haben, "weil Gordon ihn sonst mit einem Kriegshelden verwechselt hätte".

Browns Augen sind zwar kein Tabuthema. Doch die Briten reden kaum darüber. Darum wunderten sich viele, als der frühere Schatzkanzler 2006 von einer Zeitung zum "mächtigsten Behinderten" des Königreichs erklärt wurde. "Mr. Brown ist sehr überrascht darüber, denn er fühlt sich gar nicht behindert", sagte damals sein Sprecher.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brown und Miliband - gute Miene zum bösen Spiel

(RP)
Mehr von RP ONLINE