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Ukraine-Krise: Gorbatschow will Putin verteidigen

Ukraine-Krise : Gorbatschow will Putin verteidigen

Michail Gorbatschow steht als Initiator von Perestoika und Glasnost wie wohl niemand sonst für die Annäherung zwischen Ost und West. Wladimir Putin macht in jüngerer Vergangenheit vor allem mit Drohgebärden gegenüber dem Westen auf sich aufmerksam. Trotzdem nimmt Gorbatschow ihn in Schutz.

Der letzte Sowjetführer Michail Gorbatschow will die Politik von Russlands Staatschef Wladimir Putin bei seinem anstehenden Besuch in Berlin verteidigen. "Ich werde Russland und seinen Präsidenten Wladimir Putin entschlossen verteidigen", sagte Gorbatschow am Donnerstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax. "Ich bin absolut überzeugt, dass Putin heute besser als jeder andere die Interessen Russlands verfolgt. Es gibt natürlich in seiner Politik etwas, das kritisierbar ist. Aber ich will dies nicht tun, und ich will auch nicht, dass jemand anderes dies tut."

Gorbatschow, der Mitte der 80er Jahre mit seiner Reformpolitik die politische Öffnung der Sowjetunion einleitete und damit auch den Weg für den Fall der Mauer bereitete, kommt nach Berlin, um dort unter anderem an den Gedenkfeiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls teilzunehmen.

Der frühere Parteichef, der für seine Rolle bei der friedlichen Beendigung des Kalten Krieges mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, kritisierte in dem Interview mit Interfax auch die Politik der USA. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe Russland neue Partnerschaften gegründet, doch dies habe den USA nicht gefallen.

"Die USA haben andere Pläne, sie brauchen einen anderen Kontext, der es ihnen erlaubt, sich überall einzumischen", sagte Gorbatschow. "Ich bin überzeugt, dass das Problem der Ukraine nur ein Vorwand für die USA ist, sich einzumischen in die Angelegenheiten anderer Länder", sagte der 83-Jährige.

(AFP)