Golfkooperationsrat berät bei Gipfeltreffen über Jemen-Konflikt

Gipfeltreffen : Golfkooperationsrat berät über Jemen-Konflikt

Vor dem Hintergrund des Konfliktes im Jemen haben die Staaten des Golfkooperationsrates ihr Gipfeltreffen in Saudi-Arabien begonnen. Der gastgebende König Salman eröffnete das Treffen in Riad am Dienstag mit deutlicher Kritik am Iran.

Es gebe eine Bedrohung von außen, die in der Region "ihre Kontrolle ausdehnen und ihre Vorherrschaft etablieren" wolle, sagte Salman in Anspielung auf die Regierung in Teheran. Beobachter befürchten angesichts der Kämpfe im Jemen einen Stellvertreterkrieg zwischen dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran.

Erstmals seit seiner Gründung 1981 tagte der Golfkooperationsrat im Beisein eines westlichen Staatschefs, des französischen Präsidenten François Hollande. Dieser zeigte sich beunruhigt über die "Destabilisierung" des Jemen und bekräftigte die Unterstützung Frankreichs für die mehrheitlich sunnitischen Golfstaaten in dem Konflikt.

Saudi-Arabien führt eine arabische Militärallianz an, welche die im Jemen vorrückenden schiitischen Huthi-Rebellen seit März mit Luftangriffen bekämpft. Riad wirft Teheran vor, die Huthi-Rebellen zu unterstützen. Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi war vor den Huthi-Rebellen geflohen und hatte sich nach Riad abgesetzt.

Fünf der sechs Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates unterstützen das Vorgehen gegen die Huthi-Rebellen; der Oman hingegen könnte wegen seiner guten Beziehungen zu Teheran als Vermittler in dem Konflikt auftreten.

Nach Angaben aus informierten Kreisen unterstützt Frankreich die arabische Allianz unter anderem mit Satellitenaufklärung über militärische Ziele. Am Montag war Hollande in Doha, wo ein Vertrag über die Lieferung von 24 französischen Rafale-Kampfjets an Katar im Wert von 6,3 Milliarden Euro unterzeichnet wurde. Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte überdies, mit der Regierung in Riad werde derzeit über 20 Wirtschaftsprojekte im Wert "von mehreren dutzend Milliarden Euro" gesprochen.

Der iranische Staatschef Hassan Ruhani äußerte derweil scharfe Kritik an Ländern, die Waffen in die von Gewalt erschütterte Region liefern, ohne Frankreich beim Namen zu nennen. "Ist das die Art, wie Arbeitsplätze in den westlichen Staaten geschaffen werden sollen? Anstellungen für Arbeiter in der Waffenindustrie durch Massaker von Menschen in Bagdad, Damaskus und Sanaa?" fragte Ruhani im iranischen Staatsfernsehen.

Im Jemen liefern sich Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Hadi. Seit dem Beginn der Kämpfe Mitte März wurden mindestens 1200 Menschen getötet und tausende weitere verletzt. Die UNO geht davon aus, dass mindestens 300.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen sind.

(AFP)