Gipfel zwischen Kim Jong Un und Wladimir Putin - Netz sorgt sich um Nordkoreas Machthaber

Bei Gipfel mit Putin : Kims Kurzatmigkeit sorgt in sozialen Medien wieder für Aufsehen

Die Kim-Beobachter im Netz richten beim Gipfel-Fototermin ihr Augenmerk auf die Körpersprache. Das laute Atmen des nordkoreanischen Machthabers bietet wieder Stoff für Diskussionen über dessen Gesundheitszustand.

Beim ersten öffentlichen Zusammentreffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat es manches zu analysieren gegeben: In den sozialen Medien stürzten sich die „Kim-Beobachter“ auf Details der Körpersprache zwischen beiden Männern bei ihrem Fototermin in Wladiwostok. Zum Topthema avancierte die bereits von einem anderen Gipfel - mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae in vor einem Jahr - nicht überhörbare Kurzatmigkeit Kims.

Da saßen die beiden nun freundlich lächelnd in bequemen Sesseln, Kim genauso breitbeinig wie Putin, was im Englischen als „Manspreading“ bezeichnet wird und als männliches Dominanzverhalten gilt.

Das laute Atmen Kims bot per Twitter und anderen sozialen Medien wieder Stoff für Diskussionen über den Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers. Bei seinem Gipfel mit Moon im April 2018 war Kim nach einem kurzen Spaziergang außer Atem gewesen, als er sich in ein Gästebuch eintrug. Südkoreanische Medien waren sich am Donnerstag wieder sicher, das Kims lautes Atmen ein Zeichen schlechter Gesundheit sei. Kim ist übergewichtig und man weiß zudem, dass er ein starker Raucher ist.

Beim anschließenden Gespräch mit Putin war Kim wieder bei normalem Atem, beide wirkten beim Handschlag entspannt. Dazu dürfte beigetragen haben, dass Kim und Putin ungefähr gleich groß sind. Bei Kims erstem Gipfel mit dem ihn an körperlicher Größe deutlich überragenden US-Präsidenten Donald Trump war das ganz anders. Beide stürzten sich in Singapur nahezu mit ausgestreckter Hand aufeinander und versuchten mehrmals beim Handschlag, den anderen mit der freien Hand am Rücken zu berühren - was als Verhalten von „Alpha-Männern“ im Ringen um Dominanz gewertet wurde. Gegenseitigen Blicken wurde nicht ausgewichen, um keine Unterordnung zu signalisieren. Das zweite Treffen Kims mit Trumps in Hanoi verlief in der Körpersprache entspannter, der Gipfel scheiterte jedoch.

Kims Treffen mit Putin in Wladiwostok wurde als sehr förmlich wahrgenommen. Einige ältere Beobachter verglichen es mit der Begrüßung von Staatsgästen zu sowjetischen Zeiten, also durchaus etwas unterkühlt: Das Lächeln der beiden schien aufgesetzt und eingefroren beim verlängernden Händeschütteln vor den Kameras. Beide schienen sich in ihre Rolle aber wohlzufühlen.

Kim hat sich inzwischen in fast einem Dutzend Gipfeltreffen der Weltöffentlichkeit präsentiert. In seinen Begegnungen mit Moon wurde er vom südkoreanischen Publikum sogar als sympathisch und freundlich wahgenommen, als jemand, dem an besseren Beziehungen gelegen ist. Bei seinen Begegnungen mit Trump hat er sich erstaunlich selbsbewusst gezeigt, als jemand, der sich nicht unterkriegen klässt. Was das für den Weltfrieden bedeutet, bleibt die große offene Frage.

(mja/dpa)
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