Giftanschlag auf Sergej Skripal: Eskalation dürfte Putin ganz gut in den Kram passen

Vergifteter Ex-Agent Skripal: Eskalation dürfte Putin in die Hände spielen

Der Giftanschlag auf Ex-Doppelagent Skripal eint den Westen gegen Russland. In seltener Geschlossenheit erheben London, Washington, Paris und Berlin schwere Vorwürfe gegen Moskau. Für Putin dürfte der Konflikt gerade recht kommen.

Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass Wladimir Putin die Eskalation der vergangenen Tage eigentlich ganz gut in den Kram passt. Am Sonntag wird in Russland ein neuer Präsident gewählt, der wieder Putin heißen wird. Um die lahmende Begeisterung des Wahlvolks anzuheizen, kommt der internationale Konflikt gerade recht. Die Botschaft ist immer dieselbe: Russland wird vom Westen ungerechtfertigt angegriffen, und Putin ist der Einzige, der das Vaterland verteidigen kann.

Den Nervengift-Anschlag in Großbritannien leugnet der Kreml im Ton höchster Empörung; dem heimischen Publikum aber wird augenzwinkernd signalisiert, die Liquidierung eines Verräters sei doch eine patriotische Tat. Und um Beweise oder belastende Indizien hat sich Putin noch nie geschert - sei es beim Abschuss von Flug MH 17 über der Ukraine oder bei Giftgasangriffen der Assad-Armee.

  • Affäre um vergifteten Ex-Spion Skripal : Der Kalte Krieg meldet sich zurück

Nun sollen wir alle zur Fußball-WM nach Russland fahren, als wäre nichts geschehen? Die Fifa glaubt ja immer noch, dass das Turnier zu einem "unvergesslichen Ereignis" wird. Für Putin ganz sicher.

(bee)