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Mann aus Mississippi tatverdächtig: Gift-Brief an Obama: Anklage gegen 45-Jährigen

Mann aus Mississippi tatverdächtig : Gift-Brief an Obama: Anklage gegen 45-Jährigen

In den USA ist ein 45-jähriger Mann, der vor wenigen Tagen Giftbriefe an US-Präsident Barack Obama und einen Senator verschickt haben soll, angeklagt worden.

Der US-Bürger wird beschuldigt, wissentlich die bedrohlichen Schreiben abgeschickt zu haben, teilte das Justizministerium mit. Er werde noch am Donnerstag erstmals vor einem Richter erscheinen.

Die Bundespolizei FBI hatte den Mann am Mittwochabend in seiner Wohnung in Corinth (US-Staat Mississippi) gefasst. Dem FBI zufolge steht er auch im Verdacht, einen präparierten Brief an einen Justizbeamten in Mississippi versandt zu haben.

Die Briefe an Obama und an Senator Roger Wicker aus Mississippi waren in einer ersten Untersuchung positiv auf das tödliche Pflanzengift Rizin getestet worden (Hintergrund: Rizin - das überschätzte Terrorgift). Dem FBI zufolge sollen weitere Tests binnen 24 bis 48 Stunden Klarheit über das Gift bringen.

Angeblich kein Zusammenhang zu Boston

Das FBI betonte, dass die Postsendungen nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathon stehen. In beiden Fällen wurden die Briefe in Poststellen abgefangen, bevor sie in die Nähe der Adressaten gelangen konnten. Wie das FBI weiter mitteilte, wurde ein dritter Brief an einen Justizvertreter in Mississippi geschickt.

Ein weiterer verdächtiger Brief erreichte das Büro von Senator Carl Levin in dessen Heimatstaat Michigan. Zunächst war unklar, ob auch dieser Umschlag Gift enthielt. Das Gebäude in der Stadt Saginaw wurde evakuiert. Levin erklärte, dass einer seiner Mitarbeiter nach Kontakt mit dem Schreiben vorsichtshalber die Nacht zu Beobachtung im Krankenhaus verbringen werde.

Der Fund der Gift-Briefe hatte wegen der zeitlichen Nähe zu dem Anschlag auf den Marathon in Boston vom Montag für Nervosität gesorgt. Am Mittwoch wurden zwei Bürogebäude des Senats in Washington vorübergehend abgeriegelt, nachdem ein verdächtiges Paket gemeldet wurde. Auch der Fund einer verdächtigen Substanz in der Poststelle einer Militäreinrichtung nahe Washingtons stellte sich am Donnerstag als harmlos heraus. Die US-Marine teilte mit, dass bei einem Test kein Gift festgestellt worden sei.

Bei dem Anschlag auf den Marathon waren drei Menschen getötet und etwa 180 weitere verletzt worden. Die Polizei hat noch keinen Verdächtigen festgenommen. Sie fahndet nach einem Mann, der in Videoaufnahmen durch ein verdächtiges Verhalten am Tatort aufgefallen ist.

(AFP/csr/das)