Senegal: Gewaltsame Proteste gegen Kandidatur Wades

Senegal : Gewaltsame Proteste gegen Kandidatur Wades

Gut eine Woche vor der Präsidentschaftswahl im Senegal hat es am Wochenende in der Hauptstadt Dakar erneut gewaltsame Proteste gegeben. Die Polizei ging am Samstag mit Tränengas und Wasserwerfern gegen hunderte steinewerfende Jugendliche vor, die auf einen zentralen Platz ziehen wollten. Trotz eines Demonstrationsverbots protestiert die Opposition in Dakar seit Tagen gegen die erneute Kandidatur des Amtsinhabers Abdoulaye Wade.

"Er muss gehen", riefen die Demonstranten mit Bezug auf den 85-jährigen Präsidenten. Als die Polizei mit Tränengas versuchte, die verbotene Versammlung aufzulösen, warfen die überwiegend jugendlichen Demonstranten Steine auf die Beamten. Die Auseinandersetzungen in der Innenstadt dauerten bis in den Abend an. Auch vor dem Büro des oppositionellen Bürgermeisters Khalifa Sall wurde Tränengas eingesetzt.

Rettungskräften zufolge wurde rund ein dutzend Menschen bei den Protesten verletzt. Die Polizei teilte derweil mit, dass in der Stadt Kaolack im Westen des Landes ein Mann seinen Verletzungen durch eine Tränengasgranate erlegen sei. Er hatte sich am Freitag an Protesten gegen die angebliche Entweihung einer Moschee in Dakar durch die Polizei beteiligt. Auch in Dakar und der Stadt Tivaouane hatte es Proteste gegeben.

Seit Juli 2011 sind alle Demonstrationen im Geschäfts- und Regierungsviertel von Dakar verboten. Das Oppositionsbündnis M23 hatte dennoch am Wochenende erneut zu Demonstrationen aufgerufen, um gegen eine weitere Kandidatur von Amtsinhaber Wade bei den Präsidentschaftswahlen am nächsten Sonntag zu protestieren. Nach Ansicht der Opposition darf der 85-Jährige gemäß der Verfassung sich nicht um eine dritte Amtszeiten bewerben.

Wade selbst hält seine Kandidatur aber für rechtmäßig. Auch das Verfassungsgericht des Landes wies Ende Januar Einsprüche gegen seine Kandidatur als "unbegründet" zurück. Der Opposition gelang es nicht, sich auf einen gemeinsamen Kandidaten gegen Wade zu einigen. Deshalb treten gegen ihn nun 13 Kandidaten an, darunter drei von Wades früheren Regierungschefs. Am Wochenende begannen Soldaten und Polizisten mit der Abstimmung.

(AFP)
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