Schönheitskönigin ist das fünfte Todesopfer in Venezuela: Génesis Carmona protestierte friedlich — und starb

Schönheitskönigin ist das fünfte Todesopfer in Venezuela: Génesis Carmona protestierte friedlich — und starb

Seit Tagen demonstrieren Studenten und Oppositionsparteien in Venezuela gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Sie protestieren gegen Kriminalität, Korruption, Lebensmittelknappheit. Die Proteste haben bereits fünf Menschenleben gefordert – das jüngste Opfer: eine 22-jährige Schönheitskönigin.

Seit Tagen demonstrieren Studenten und Oppositionsparteien in Venezuela gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Sie protestieren gegen Kriminalität, Korruption, Lebensmittelknappheit. Die Proteste haben bereits fünf Menschenleben gefordert — das jüngste Opfer: eine 22-jährige Schönheitskönigin.

Génesis Carmona war die amtierende Miss Tourismus des venezolanischen Bundesstaates Caraboro. Foto: dpa, gln cs

Zwei Fotos, schwarz eingerahmt, sind auf der Facebook-Seite von Génesis Carmona zu sehen. Es sind Erinnerungen an ein noch junges Leben, das jäh sein Ende fand. Die junge Frau war am Dienstag bei einer friedlichen Kundgebung von einer Kugel getroffen worden, als unbekannte Angreifer auf Motorrädern das Feuer auf die Regierungsgegner eröffneten.

Ein Freund nahm die junge Frau in seine Arme, fuhr sie mit dem Motorrad ins Krankenhaus. Auf ihrer Facebook-Seite wurde noch um Blutspenden gebeten, doch Mittwochmittag (Ortszeit), so heißt es auf der Seite, sei sie ihren Verletzungen erlegen. "Wir sind traurig über den Verlust", heißt es weiter.

Carmona ist eines von fünf Opfern der Proteste, die auch am Mittwochabend weitergingen. Die venezolanische Polizei hatte erneut eine Kundgebung von Anhängern der rechtsgerichteten Opposition gewaltsam aufgelöst — mit Tränengas und Schrotkugeln. Es soll erneut Verletzte gegeben haben.

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Weitere Verletzte

Auch Carmona, die laut der argentinischen Webseite lanacion.com Marketing studierte, wollte mit ihren Kommilitonen in Valencia protestieren, als auf die Demonstranten, meist Studenten, geschossen wurde. Neben der jungen Frau seien sieben weitere Studenten verletzt worden, heißt es auf der Webseite.

Die 22-Jährige ist keine Unbekannte, und deshalb wird sie in gewisser Hinsicht auch zum Gesicht der Proteste. Die junge Frau war die amtierende Miss Tourismus des Bundesstaates Caraboro, wurde 2013 dazu gewählt. Sie nahm an Modeschauen in ganz Venezuela teil und war auch bei der Modewoche in Valencia, wie lanacion.com schreibt. In der Uni soll sie eine gute Schülerin gewesen sein.

Wie die "Welt" schreibt, machte die Generalstaatsanwältin sofort "faschistische Gruppen" der Opposition für die Gewalt verantwortlich. Die regierungskritische Tageszeitung "Diario de las Americas", die in Miami erscheint, glaube aber eher an einen Agenten des Inlandgeheimdienstes, der die tödlichen Schüsse abgegeben haben soll. Fotos und Videoaufnahmen sollen dies beweisen.

(das)
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