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Shutdown in den USA: Geheimbotschaft in der Wettervorhersage

Shutdown in den USA : Geheimbotschaft in der Wettervorhersage

Der nationale Wetterdienst im US-Bundesstaat Alaska hat in seiner offiziellen Prognose eine Geheimbotschaft an die US-Regierung versteckt. "Please pay us", steht in den Anfangsbuchstaben der Zeilen des Textes, wenn man sie von oben nach unten liest – auf deutsch "Bitte bezahlt uns".

Der nationale Wetterdienst im US-Bundesstaat Alaska hat in seiner offiziellen Prognose eine Geheimbotschaft an die US-Regierung versteckt. "Please pay us", steht in den Anfangsbuchstaben der Zeilen des Textes, wenn man sie von oben nach unten liest — auf deutsch "Bitte bezahlt uns".

Die Wettvorhersage aus Anchorage, Alaska, meldet ein aufkommendes Tiefdruckgebiet aus dem Westen und anhaltenden Regenfällen. Doch möglicherweise ging es den Angestellten des nationalen Wetterdienstes im hohen Norden der USA in Wirklichkeit gar nicht um Temperaturen und Luftdruck.

Sondern um eine geheime Botschaft an die US-Regierung und den zerstrittenen Kongress. "Please pay us", lässt sich aus der Vorhersage dechiffrieren, indem man die Anfangsbuchstaben jeder einzelnen Zeile des Textes von oben nach unten liest.

Keiner weiß, wann er bezahlt wird

Wie die "Washington Post" am Wochenende berichtet, haben die Meteorologen in Anchorage akut unter dem "Shutdown" zu leiden, der seit mittlerweile sechs Tagen den US-Haushalt blockiert. Tausende Staatsbedienstete bekommen seitdem kein Gehalt mehr und wissen nicht, wann sie wieder Geld bekommen.

Aufgefallen ist die geheime Bitte der US-Angestellten wohl nur dadurch, dass kommentarlos zur selben Zeit eine zweite Prognose mit gleicher Aussage, aber anderem Wortlaut veröffentlicht wurde. Auf der Website des Wetterdienstes sind seitdem beide Versionen untereinander zu finden.

Obama schürt Hoffnungen

Ein wenig Hoffnung ließ möglicherweise US-Präsident Barack Obama am Samstag aufkeimen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP zeigte er sich jedenfalls zuversichtlich, die Pleite rechtzeitig abwenden zu können. Obama verwies dabei auf Hinweise aus den Reihen der Republikaner.

Die seit Dienstag erzwungene Schließung von US-Behörden aus Geldnot könnte sofort beendet werden, wenn die Führung der Republikaner eine Abstimmung zuließe. "Wir wissen, dass es genügend Mitglieder des Repräsentantenhauses gibt - Demokraten und Republikaner - die bereit sind, für die Wiedereröffnung der Regierung zu stimmen", sagte Obama.

Kern des Haushaltsstreits ist ein Machtkampf zwischen Obamas Demokraten und den Republikanern, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten. Dabei geht es um Haushaltseinschnitte und um Obamas Gesundheitsreform. Die Republikaner lehnen sie ab und hatten versucht, im Haushaltsgesetz alle Mittel für das neue Versicherungssystem zu streichen. Das wiederum akzeptierten die Demokraten nicht.

Im Haushaltsstreit selbst deutete sich auch am Samstag kein konkreter Lösungsansatz an. Einen kleinen Kompromiss fanden Republikaner und Demokraten im Repräsentantenhaus aber dennoch: Sie beschlossen mit 407 zu Null Stimmen ein Gesetz, wonach die in den Zwangsurlaub geschickten 800 000 US-Bediensteten zumindest im Nachhinein bezahlt werden sollen. Es wird erwartet, dass dieses auch im Senat eine Mehrheit findet. Die Regierung unterstützt es ebenfalls.

Hier geht es zur Infostrecke: Was der finanzielle Stillstand in den USA bedeutet

(pst)