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Gefangenaustausch im Jemen: Über 1000 Menschen freigelassen

1056 Menschen freigelassen : Gefangenenaustausch im Jemen abgeschlossen

Im Bürgerkriegsland hat ein großer Gefangenenaustausch zwischen den beiden Konfliktparteien stattgefunden. Über 1000 Gefangene konnten nach Hause gebracht werden. Seit 2015 herrscht im Jemen Krieg.

Der großangelegte zweitägige Austausch von Kriegsgefangenen zwischen den Konfliktparteien im Jemen ist am Freitag erfolgreich beendet worden. „Wir haben über 1000 Gefangene nach Hause bringen können“, sagte die Delegationschefin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Jemen, Katharina Ritz, die den Austausch in der Hauptstadt Sanaa begleitete, der Deutschen Presse-Agentur. Man sei von dem Erfolg ermutigt und hoffe, dass der Austausch der insgesamt 1056 ehemaligen Gefangenen nur ein erster Schritt sei, der zu weiteren Überstellungen und Freilassungen führe. „Es gibt mehrere Tausend, die noch im Gefängnis sitzen und Familien, die auf sie warten.“

Mehr als 700 ehemalige Häftlinge wurden bereits am Donnerstag ausgetauscht. Am Freitag gab es Flüge mit zwei Maschinen zur Überstellung von 352 weiteren ehemaligen Gefangenen zwischen der von der Regierung kontrollierten Stadt Aden und dem von Rebellen kontrollierten Sanaa.

Ritz sprach von einer der größten Austauschaktionen während einer aktiven Kriegsphase, einem gar „historischen Einsatz“. „Man darf nicht vergessen, dass im Jemen jeden Tag gekämpft wird“, sagte sie. Das IKRK habe die Abflüge der Maschinen auf die Minute genau synchronisieren müssen, um einen fairen Austausch für die rivalisierenden Seiten sicherzustellen.

Vor drei Wochen hatten die Konfliktparteien die Freilassung von mehr als 1000 Menschen zugesagt, die im Zusammenhang mit dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg im Jemen in Gefangenschaft sitzen. Die Einigung folgte auf Gespräche in der Schweiz unter Vermittlung der Vereinten Nationen und des UN-Jemenbeauftragten Martin Griffiths und geht zurück auf eine Einigung vom Dezember 2018. Dabei hatten die schiitischen Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, und die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi dem Austausch von insgesamt 16 000 Gefangenen zugestimmt. Zwar wurden schrittweise Dutzende Gefangene ausgetauscht, komplett umgesetzt wurde die Vereinbarung aber nicht.
Der Rebellenfunktionär Abdelkader al-Mortada sagte am Freitag, dass sich beide Seiten bereits auf einen weiteren Austausch geeinigt hätten und derzeit darauf warteten, dass die UN entscheiden, wo sich beide Seiten treffen können, um die Details zu klären.

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis seit 2015 an der Seite der Regierung gegen die aufständischen Huthi-Rebellen. Sie hatten das Land überrannt und kontrollieren heute die Hauptstadt Sanaa sowie große Gebiete im Norden und Westen.

(sed/dpa)