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Gazastreifen: Mindestens 25 Palästinenser sterben bei israelischen Angriffen

Krise in Nahost : Zahlreiche Menschen sterben bei israelischen Angriffen

Der Konflikt zwischen Israel und den radikalen Palästinensern eskaliert weiter. Bei der israelischen Offensive gegen Extremisten im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens 36 Menschen getötet worden. Die Extremisten setzen den Raketenbeschuss auf israelische Großstädte fort.

260 Menschen seien verletzt worden, teilte die Nachrichtenagentur Safa am Mittwoch mit. Sie gilt als Sprachrohr der radikal-islamischen Hamas.

Unter den Toten seien auch eine 80-Jährige und fünf Jungen im Alter von 2 bis 15 Jahren. Die Armee habe die Häuser von mehr als 40 militanten Palästinensern bombardiert, teilte die Hamas mit.

Die israelische Armee ruft für gewöhnlich kurz vor den Angriffen zur Warnung die Familien an und fordert sie zum Verlassen der Gebäude auf. In mehreren Fällen hätten sich Einwohner jedoch geweigert und seien dann getötet worden, berichteten Angehörige und Augenzeugen.

Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss Israels fort. Die Angriffe wurden sogar auf die israelischen Großstädte Tel Aviv und Jerusalem ausgeweitet. Extremisten hätten mehr 150 Raketen auf Israel abgefeuert, schrieb die Zeitung "Times of Israel" am frühen Mittwochmorgen. Seit Beginn der Offensive habe Israel mehr als 270 "Terrorziele" im Gazastreifen angegriffen, sagte der Sprecher der Streitkräfte, Brigadegeneral Moti Almoz am Dienstagabend nach Angaben des Onlineportals "Ynet".

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte als Reaktion auf den eskalierten Nahost-Konflikt für Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an. Das berichtete der israelische Rundfunk. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hieß es weiter. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten abzuhalten, schrieben die israelische Zeitung "Haaretz" und die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa am Dienstag.

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Medien in der Nacht zum Mittwoch mindestens sechs Menschen in einem Haus in Beit Hanun getötet worden. Der Schlag habe sich gegen ein führendes Mitglied des militärischen Arms des Islamischen Dschihad gerichtet. Der Mann und fünf Familienmitglieder seien getötet worden, berichteten "Haaretz" online und die palästinensische Nachrichtenagentur Maan.

Auslöser der jüngsten Runde der Gewalt waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Teenagern am 12. Juni sowie der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen in der vergangenen Woche. Israel ist seit der Entführung massiv gegen die Infrastruktur der Hamas im Westjordanland vorgegangen und hat Hunderte Mitglieder der Organisation festgenommen.

Nach Angaben des israelischen Militärsprechers Arye Shalicar hat die Armee die Mobilisierung von bis zu 40 000 Reservesoldaten bewilligt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, "die Samthandschuhe auszuziehen".

Israel will mit der Operation "Zuk Eitan" (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Ortschaften unterbinden. Nach palästinensischen Angaben wurden auch ranghohe Hamas-Aktivisten getötet, darunter der Marinekommandeur Raschid Jassin. Seit Beginn der israelischen Luftoffensive seien von palästinensischer Seite etwa 130 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden.

Die EU reagierte extrem beunruhigt auf die eskalierende Gewalt in Nahost. "Wir verfolgen die sich rasch verschlechternde Lage im Süden Israels und im Gazastreifen mit schwerer Besorgnis", erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten am Dienstagabend in einer in Brüssel veröffentlichten Mitteilung. "Die EU verurteilt das willkürliche Feuer auf Israel durch militante Gruppen im Gazastreifen scharf." Doch auch die wachsende Anzahl ziviler Opfer, insbesondere Kinder, durch israelisches Gegenfeuer verurteile die EU. Alle Seiten müssten "äußerste Zurückhaltung" walten lassen und alles an eine sofortige Waffenruhe setzen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nahost-Krise eskaliert: 25 Tote im Gazastreifen

(dpa)