Eskalation im Nahost-Konflikt : Vier Palästinenser sterben bei israelischen Gegenangriffen

Nachdem militante Palästinenser an der Grenze zu Israel Schüsse abgefeuert haben, hat Israels Armee am Freitag mit Kampfjets und Panzern zahlreiche Ziele im Gazastreifen bombardiert. Mindestens vier Palästinenser wurden dabei getötet.

Das teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Nach Angaben des militärischen Arms der im Gazastreifen herrschenden Hamas handelte es sich um Mitglieder der Organisation. Nach Angaben von Einwohnern waren mehrere schwere Explosionen in der Stadt Gaza zu hören. Israels Luftwaffe habe Hamas-Militärposten angegriffen.

Die Armee teilte mit, bei gewaltsamen Ausschreitungen an der Grenze sei aus dem Gazastreifen auf israelische Soldaten geschossen worden. Nach Medienberichten wurde dabei ein Soldat verletzt. Israels Militärführung beriet über das Vorgehen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor gesagt, die Hamas dränge Israel mit aller Macht zu einer „breiten und schmerzhaften Militäroffensive“.

Nach Medienberichten feuerten militante Palästinenser mehrere Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Die Einwohner entlang des Gazastreifens wurden aufgerufen, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten.

Am Freitag war es entlang der Gaza-Grenze erneut zu Demonstrationen gekommen. Nach Augenzeugenberichten verbrannten Palästinenser Reifen, versuchten den Grenzzaun zu Israel zu beschädigen und schickten Brand-Drachen und -Ballons auf israelisches Gebiet. Nach Angaben von Sanitätern wurden mehrere Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

Seit Ende März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 146 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet und Tausende verletzt worden.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

(felt/dpa)
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