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Gaza-Konflikt: Seit sieben UHR MESZ ist die Feuerpause in Kraft

Gaza-Konflikt : Die zwölfstündige Waffenruhe ist seit sieben Uhr in Kraft

Eine humanitäre Feuerpause soll den geschundenen Menschen in Gaza eine Atempause verschaffen – und den Diplomaten die nötige Luft, um vielleicht doch eine dauerhafte Waffenruhe herbeizuverhandeln.

Eine humanitäre Feuerpause soll den geschundenen Menschen in Gaza eine Atempause verschaffen — und den Diplomaten die nötige Luft, um vielleicht doch eine dauerhafte Waffenruhe herbeizuverhandeln.

Im blutigen Konflikt um den palästinensischen Gazastreifen ist am Samstagmorgen eine zwölfstündige humanitäre Feuerpause in Kraft getreten. Zwischen sieben und 19 Uhr (MESZ) sollen im Krieg zwischen Israel und der militant-islamischen Hamas die Waffen schweigen. In dieser Zeit kann sich die Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und Wasser versorgen, Hilfsorganisationen sollen humanitäre Hilfe leisten können.

US-Außenminister John Kerry will am Samstag in Paris mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius aus Frankreich und Vertretern aus Großbritannien, Italien, Katar, der Türkei und der EU darüber beraten, wie man rasch zu einer dauerhaften Waffenruhe im Gazastreifen kommen kann.

Die Zahl der getöteten Palästinenser in dem Konflikt stieg inzwischen auf 900, darunter rund 300 Frauen und Kinder, wie das palästinensische Gesundheitsministerium am Samstag in Gaza mitteilte. Zudem wurden in dem dicht besiedelten Gebiet am Mittelmeer in den vergangenen zweieinhalb Wochen mehr als 5700 Menschen verletzt. Auf israelischer Seite kamen bis Freitag 37 Soldaten und drei Zivilisten um.

Kurz vor Beginn der Feuerpause 18 Menschen getötet

Die Dringlichkeit einer Einstellung der Kämpfe unterstrich ein weiterer tragischer Vorfall: Israelische Artilleriegranaten trafen in der Nacht zum Samstag, kurz vor Inkrafttreten der Feuerpause, ein Wohnhaus in Chan Junis im südlichen Gazastreifen. Mindestens 18 Menschen — alle Angehörige derselben Familie — wurden dabei getötet und viele weitere verletzt, wie Aschraf al-Kidra, der Leiter der palästinensischen Rettungsdienste in Gaza, mitteilte.

Die Bemühungen von US-Außenminister Kerry um eine Waffenruhe waren am Freitag in ein entscheidendes Stadium getreten. Die israelische Regierung lehnte seinen Vorschlag, sieben Tage lang die Kämpfe ruhen zu lassen und über die Forderungen der Hamas zu verhandeln, in dieser Form ab.

Das Kabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Hamas einigten sich schließlich auf Drängen von Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zumindest auf die zwölfstündige Feuerpause am Samstag. Die humanitäre Maßnahme verschafft — so sie Bestand hat — den Spitzendiplomaten bei ihrem Krisentreffen in Paris die nötige Luft, um weiter an einer Friedenslösung zu arbeiten.

Die Waffenruhe könnte sich aber als brüchig erweisen. Das israelische Militär stellte kurz vor ihrem Inkrafttreten klar, dass seine am 17. Juli in den Gazastreifen eingerückten Truppen weiter damit fortfahren werden, nach Tunneln der Hamas zu suchen und diese zu zerstören. Etliche dieser unterirdischen Gänge reichen bis nach Israel und könnten zu Überraschungsangriffen auf grenznahe israelische Orte und zu Entführungen genutzt werden. Andere dienen der Hamas und anderen Militanten als Kommandozentralen, Waffenlager und Verstecke.

Neue Demonstrationen in mehreren deutschen Städten

Israel hatte nach andauerndem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen am 8. Juli eine Offensive gegen die Hamas in dem abgeriegelten Palästinensergebiet begonnen.

In mehreren deutschen Städten sind am Samstag wieder Demonstrationen gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen geplant. Kundgebungen wurden unter anderem in München, Hamburg und Frankfurt angemeldet.

Lufthansa, Air Berlin und die französische Air France bieten inzwischen wieder Flüge nach Tel Aviv an. Viele Fluggesellschaften hatten den Ben-Gurion-Airport wegen Raketengefahr im israelisch-palästinensischen Konflikt mehrere Tage lang nicht angeflogen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zerstörung, Flucht und Proteste in Israel und im Gazastreifen

(dpa)