G7-Gipfel in Biarritz: Trump kündigt baldigen US-Handelsvertrag mit Großbritannien an

G7-Gipfel in Biarritz : Trump kündigt baldigen US-Handelsvertrag mit Großbritannien an

Donald Trump und der britische Premierminister Boris Johnson streben nach dem Brexit rasch einen britisch-amerikanischen Handelsvertrag an. Das sagte der US-Präsident am Sonntag am Rande des G7-Gipfels.

"Wir werden bald ein Handelsabkommen abschließen können", sagte Trump am Sonntag am Rande des G7-Gipfels in Biarritz zum Auftakt eines Gesprächs mit Johnson. Man werde einen "sehr großen" Pakt abschließen. Johnson sei im übrigen "der richtige Mann" für den Brexit. "Es gibt riesige Gelegenheiten für Großbritannien auf dem US-Markt", sagte der britische Premierminister. Er räumte allerdings ein, dass die Verhandlungen mit Washington schwierig würden.

Zudem wurden Differenzen zwischen beiden Politikern deutlich: Trump verteidigte die neuen Strafzölle gegen China. Er erwarte keine negativen Marktreaktionen. Der Handelsstreit mit China helfe vielmehr beim Abschluss eines "sehr großen" Handelsabkommens mit Japan. Johnson dagegen mahnte den US-Präsidenten zur Mäßigung bei seiner Politik eskalierender Handelsstreitigkeiten: Der britische "Blick auf den Handelskrieg" sei folgender: "Wir sind insgesamt für Handelsfrieden", sagte Johnson. Das Vereinigte Königreich habe "in den vergangenen 200 Jahren massiv vom Freihandel profitiert".

Johnson hatte die USA kurz vor dem Treffen zum Abbau von Handelsbeschränkungen für britische Produkte aufgefordert. Um das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien zu erreichen, müssen "unsere amerikanischen Freunde zu Kompromissen bereit sei", sagte der Premierminister am Samstagabend.

Großbritannien hofft darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren.

Der Brexit soll auch in den weitere Beratungen in Biarritz eine Rolle spielen. Für Mittag ist ein bilaterales Treffen von Johnson mit EU-Ratspräsident Donald Tusk geplant. Dabei dürfte der ungelöste Streit um die sogenannte Auffanglösung für Nordirland eine Rolle spielen, deretwegen Johnson den bereits ausgehandelten Austrittsvertrag mit der EU ablehnt.

(mro/REU/AFP)
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