G7-Gipfel in Biarritz: Angela Merkel fordert klares Signal zum Kampf gegen Brände am Amazonas

G7-Gipfel in Biarritz : Merkel fordert klares Signal zum Kampf gegen Brände am Amazonas

Angela Merkel erhofft sich vom G7-Gipfel in Biarritz Geschlossenheit bei der Bekämpfung der Brände am Amazonas. Außerdem warnt die Kanzlerin vor nationalen Alleingängen bei der Lösung globaler Probleme.

Bei dem Treffen der sieben größten westlichen Industrienationen werde es auch darum gehen zu klären, wie "wir da unterstützen und helfen können", sagte Merkel in einem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Ziel sei, "einen klaren Aufruf zu senden, dass alles getan werden muss, damit der Regenwald aufhört zu brennen".

Ausdrücklich unterstützte Merkel die Entscheidung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die Brände auf die Tagesordnung des Gipfels zu setzen: "Unser Haus brennt - und da können wir nicht schweigen." Durch die "schrecklichen Brände" am Amazonas sei die Welt "in ganz besonderer Weise aufgerüttelt".

Vor dem Gipfel war es wegen der Waldbrände zu einem diplomatischen Eklat zwischen Gipfelgastgeber Frankreich und Brasilien gekommen: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte Macron eine "kolonialistische Mentalität" vorgeworfen, weil dieser das Thema bei dem Treffen besprechen will, ohne dass Brasilien mit am Tisch sitzt. Macron reagierte mit dem Vorwurf, Bolsonaro habe ihn über seine klimapolitischen Vorstellungen angelogen.

Kanzlerin Merkel warnte vor Auftakt des Gipfels in Biarritz vor nationalen Alleingängen bei der Lösung globaler Probleme. "Hier geht es um eine gemeinsame Herangehensweise", sagte sie in einem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. "Kein Land kann die Rahmenbedingungen für eine gedeihliche Entwicklung alleine festlegen."

Der Gipfel der westlichen Industriestaaten biete eine gute Gelegenheit für abgestimmtes Vorgehen: "Miteinander zu sprechen ist allemal besser als übereinander - und G7 ist dafür eine hervorragende Möglichkeit", sagte die Kanzlerin.

Die französische G7-Präsidentschaft steht unter der Überschrift "Ungleichheiten verringern". Dabei gehe es beispielsweise darum, die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen zu beseitigen, sagte Merkel. "Ich hoffe, dass wir uns auf eine klare Aussage einigen können, vor allem gegen Gewalt an Frauen." Auch andere Themen, zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die gleiche Entlohnung, sollten auf der Tagesordnung stehen.

(mro/AFP)
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