G20-Gipfel: Donald Trump sagt Treffen mit Wladimir Putin ab

Ukraine-Konflikt : Trump sagt Treffen mit Putin bei G20-Gipfel ab

Eigentlich wollten sich der US-Präsident und Russlands Präsident im Rahmen des G20-Gipfels in Argentinien zu Gesprächen treffen. Wegen des Ukraine-Konflikts findet dieses Treffen nun doch nicht statt.

Da Russland die ukrainischen Marinesoldaten und Schiffe noch nicht an Kiew zurückgegeben habe, halte er es für besser "für alle Seiten", das Treffen nicht abzuhalten, schrieb Trump am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Er äußerte die Hoffnung, dass die Situation bald "gelöst" sei, dann werde er sich wieder mit Putin treffen.

Die russische Küstenwache hatte am Sonntag drei ukrainische Schiffe beschossen und festgesetzt, die durch die Meerenge an der von Russland annektierten Krim vorbei ins Asowsche Meer fahren wollten.
Russland erklärte, sie hätten ohne Erlaubnis russische Hoheitsgewässer durchquert. Die ukrainische Marine betonte hingegen, die Schiffe hätten sich an das Seerecht gehalten. Russland sei vorab über die geplante Reise der Schiffe informiert worden.

Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte, der Präsident habe das Treffen mit Putin nach Rücksprache mit Außenminister Mike Pompeo und Sicherheitsberater John Bolton abgesagt.

Russische Nachrichtenagenturen meldeten, die Regierung in Moskau sei nicht offiziell über eine Absage des Treffens zwischen Trump und Putin informiert worden. Bisher kenne man nur Trumps Tweet, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow demnach. Putin habe durch die Absage aber mehrere Stunden für "sinnvolle Treffen" mit anderen Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrieländer der Erde gewonnen.

Trump eröffnete auch Freiräume in den Terminplänen anderer Gipfelteilnehmer. Der US-Präsident habe formelle Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan und Südkoreas Präsident Moon Jae In abgesagt, teilte das Weiße Haus während Trumps Flug nach Argentinien mit. Trump wolle stattdessen ungezwungene Zusammenkünfte beim G20-Gipfel. Einen Grund dafür nannte Sanders nicht.

(mlat/AFP)