Fünf Tote bei Zusammenstößen im Gazastreifen

Blutiger "Marsch der Rückkehr": Mehrere Tote bei Zusammenstößen im Gazastreifen

In Gaza kommt es zu den massivsten Protesten seit der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. Die Palästinenser fordern die Rückkehr in die alte Heimat. Israels Armee schießt scharf. Mehrere Menschen sterben.

Blutige Bilanz beim "Marsch der Rückkehr" im Gazastreifen: Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee sind am Freitag mindestens zwölf Palästinenser erschossen worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, rund 1100 weitere seien verletzt worden. Die meisten wurden durch Tränengas verletzt. In der Nacht auf Freitag sei bereits ein Palästinenser an der Grenze von israelischen Soldaten erschossen worden.

Israelische Soldaten hätten bei den gewaltsamen Protesten an der Grenze zu Israel gezielt auf Rädelsführer geschossen, teilte die Armee mit. Palästinenser hätten brennende Reifen in Richtung der Soldaten gerollt sowie Steine und Brandflaschen geworfen. Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20.000 Menschen zum "Marsch der Rückkehr". Die israelische Armee sprach von Protesten an fünf verschiedenen Punkten und rund 17.000 Demonstranten.

Demonstranten verbrennen Bilder von Trump

Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

Fotos zeigten zahlreiche Zelte im Grenzgebiet, Menschen schwenkten palästinensische Flaggen. Demonstranten verbrannten Bilder von US-Präsident Donald Trump. Die USA hatten im Dezember einseitig Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt und damit den Zorn der Palästinenser auf sich gezogen. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat neben Israel.

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Die Hamas schickte während des Protests nach Angaben der israelischen Armee eine Siebenjährige über den Sicherheitszaun. Das Mädchen sei über den Zaun nach Israel geklettert, sagte ein Sprecher der Armee. Die Armee habe dafür gesorgt, dass das Kind wieder sicher zu seinen Eltern zurückkomme.

Proteste sollen weitergehen

Die Massenproteste sind nach Angaben der Hamas eine Botschaft an Trump. Für den von Trump angekündigten Friedensplan für Israel und die Palästinenser gelte: "Es gibt kein Zugeständnis in Bezug auf Jerusalem, keine Alternative zu Palästina und keine Lösung, außer zurückzukehren", sagte Hamas-Chef Ismail Hanija am Freitag. Der "Marsch der Rückkehr" sei der Anfang der Rückkehr in das historische Palästina. Hanija nahm ebenfalls an der Aktion teil. Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte 2007 die Macht in dem Küstengebiet an sich gerissen.

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. Am 14. Mai wollen die USA zudem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnen.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es am 30. März zu Protesten in den Palästinensergebieten. Am "Tag des Bodens" gedenken die Palästinenser stets massiver Landenteignungen und sechs israelischer Araber, die am 30. März 1976 in dem Ort Sachnin von der israelischen Polizei getötet wurden. Sie hatten gegen die Beschlagnahmung arabischen Bodens protestiert.

(jco/wer/dpa/AFP)