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Sall löst Präsidenten Wade ab: Friedlicher Machtwechsel im Senegal

Sall löst Präsidenten Wade ab : Friedlicher Machtwechsel im Senegal

Der friedliche Machtwechsel bei der Präsidentschaftswahl im Senegal ist im In- und Ausland begrüßt worden. Die Europäische Union sprach am Montag von einem "großen Sieg für die Demokratie im Senegal und in Afrika".

Die nahezu umgehende Anerkennung des Siegs von Oppositionskandidat Macky Sall durch den bisherigen Amtsinhaber Abdoulaye Wade mache dem ganzen Kontinent "Ehre", hieß es von der Afrikanischen Union (AU).

Der 85-jährige Wade gratulierte Sall noch am Sonntagabend zu seinem Wahlsieg. Offizielle Wahlergebnisse werden zwar erst am Dienstag oder Mittwoch erwartet, Sall lag aber in den meisten Wahllokalen deutlich vor Wade. Der 50-jährige Sall erklärte, das senegalesische Volk sei der "wahre Sieger" der Wahl.

"Der Senegal ist ein sehr gutes Beispiel für Afrika", erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Auch US-Präsident Barack Obama sprach von einem "Beispiel für gute Regierungsführung". Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin begrüßte den "friedlichen und demokratischen Verlauf" der Wahl.

Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy sagte, Salls Sieg sei eine "sehr gute Nachricht für Afrika im Allgemeinen und für Senegal im Besonderen". Der Kommissionspräsident der Afrikanischen Union, Jean Ping, erklärte, die Wahl sei das "beredte Zeugnis für die Lebendigkeit der senegalesischen Demokratie".

Erwartete Gewalt blieb aus

Die Kandidatur des seit 2000 amtierenden Wade war äußerst umstritten. Nach Ansicht der Opposition durfte er sich gemäß der Verfassung nicht ein drittes Mal bewerben. Angesichts der heftigen Proteste gegen Wades Kandidatur vor der ersten Runde der Wahlen mit sechs Toten war neue Gewalt befürchtet worden.

In der südlichen Krisenregion Casamance vertrieben bewaffnete Männer am Sonntag Bürger aus einigen Wahllokalen. Nach Angaben aus Militärkreisen, von Augenzeugen und örtlichen Politikern wurden jedoch keine Waffen eingesetzt und niemand verletzt. In den übrigen Landesteilen blieb es ruhig.

300 ausländische Beobachter, die vor allem von AU, EU und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) entsandt wurden, überwachten die Stichwahl. Zur Abstimmung waren 5,3 Millionen der 13 Millionen Senegalesen aufgerufen.

Wade hatte im ersten Durchgang mit 34,8 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Sall kam mit 26,6 Prozent auf den zweiten Platz. Doch vor der Stichwahl erhielt Sall die Unterstützung aller zwölf anderen Kandidaten, die in der ersten Runde ausgeschieden waren.

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Sall gehörte früher selbst zu den Vertrauten des Präsidenten. Er war von 2001 bis 2003 Bergbauminister, dann bis 2004 Innenminister und von 2004 bis 2007 Regierungschef. Nach seinem Bruch mit Wade gründete er seine eigene politische Partei.

(AFP)