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Frau wegen Falschbeschuldigung eines Schwarzen angeklagt

Fall aus New York : Frau wegen Falschbeschuldigung eines Schwarzen angeklagt

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat eine weiße Frau angeklagt, die im Central Park bei einem Streit mit einem Schwarzen die Polizei gerufen hatte. Die Frau solle wegen falscher Angaben gegenüber der Polizei belangt werden.

Das sagte Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance jr. am Montag (Ortszeit). Darauf steht bis zu ein Jahr Gefängnis. Die Angeklagte soll am 14. Oktober im Gericht erscheinen.

Sie war im Mai im Central Park unterwegs, als ein Vogelliebhaber sie darauf aufmerksam machte, dass sie ihren Hund dort anleinen müsse. Sie solle am besten in einen anderen Teil des Parks gehen. Als sie sich weigerte, holte der Mann Leckerbissen für den Hund heraus. Daraufhin drohte die Frau, wenn er nicht aufhöre, sie zu filmen, werde sie die Polizei rufen und sagen, dass ein Afroamerikaner ihr Leben bedrohe. Dieser bat sie, auf Abstand zu bleiben und die Frau rief tatsächlich die Polizei.

Das ins Internet gestellte Video dieses Vorfalls sorgte für Empörung. Viele sehen im Verhalten der jungen Frau einen Fall von Alltagsrassismus. Sie wurde inzwischen entlassen, hat ihr Fehlverhalten eingeräumt und um Verzeihung gebeten. Ihr Anwalt kündigte dennoch an, gegen die Anklage vorzugehen. Seine Mandantin habe bereits ihren Lebensunterhalt verloren und sei zu einer Art Unperson geworden. Jetzt wolle man ihr auch noch die Freiheit nehmen. Der fälschlich beschuldigte Mann wollte sich nicht äußern.

(lukra/dpa)