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Nicolas Sarkozy zelebriert Politik-Comeback im TV: "Frankreichs Krise kann Europa in die Pleite treiben"

Nicolas Sarkozy zelebriert Politik-Comeback im TV : "Frankreichs Krise kann Europa in die Pleite treiben"

Nicolas Sarkozy gibt Vollgas: Gerade erst hat er sein Comeback angekündigt, schon gibt er zur besten Sendezeit ein erstes abendfüllendes TV-Interview. Darin liest er Nachfolger François Hollande die Leviten und bezichtigt ihn der Lüge. Frankreichs Wirtschaftskrise gefährdet in seinen Augen den ganzen Kontinent.

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat seinem sozialistischen Nachfolger François Hollande vorgeworfen, die Franzosen vor seinem Amtsantritt 2012 belogen zu haben. "Ich habe nicht gelogen", sagte Sarkozy am Sonntagabend in seinem ersten Fernsehauftritt seit seiner Rückkehr in die Politik im Sender France 2. Dagegen sei von Hollandes Versprechungen nur "eine lange Litanei von Lügen" übrig geblieben.

Sarkozy vermied ansonsten in dem Fernsehauftritt scharfe Attacken gegen Hollande, weil er hervorhob, dass die Franzosen anderes erwarteten als politische Streitereien. Der 59-Jährige, der als Parteichef der konservativen UMP kandidiert, will nach eigener Aussage der Bevölkerung vor allem eine Alternative aufzeigen: "Wir werden einen Enthusiasmus hervorrufen, eine Bewegung", versicherte er. "Es gibt Lösungen" und "neue Ideen", hob er hervor. Die Frage sei nicht, ob jemand Sozialist oder Liberaler sei. Die einzige Frage sei, welches Steuersystem den französischen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgebe.

Kritik an Deutschland wies Sarkozy zurück. Er hatte während seiner Amtszeit als Präsident von 2007 bis 2012 eng mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Finanzkrise zusammengearbeitet hatte. Vor allem die äußerste Linke in Frankreich hält Merkel vor, durch ihr Bestehen auf einem strengen Sparkurs das Wachstum abzuwürgen. Sarkozy bekannte sich dazu, dass auch er der Ansicht sei, dass mehr Wachstum in der Eurozone nötig sei und Inflationsbekämpfung zur Zeit nicht die Priorität sein könne. Mit Blick auf die verheerende Wirtschaftslage in Frankreich sagte er, die "Krise Frankreichs" könne 2014 "Europa in die Pleite treiben".

Eine klare Aussage, ob er auch Präsidentschaftskandidat 2017 werden wolle, traf Sarkozy nicht. Er versicherte aber wie schon in seiner Stellungnahme am Freitag, in der er sein Comeback in die Politik angekündigt hatte, dass er aus eigenen Fehlern gelernt habe. So habe er teils geglaubt, "allein erfolgreich sein zu können". Mit Blick auf interne Rivalen, die sich bereits zu einer Präsidentschaftskandidatur bekannt haben, sagte er lediglich, er brauche ihre Mitarbeit. Zudem blieb er dabei, dass er sich in den zahlreichen Affären, in die er verwickelt ist - so läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen ihn - nichts vorzuwerfen habe.

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Sarkozy hatte zuvor in einem Interview mit der Sonntagszeitung "JDD" sein Vorhaben bekräftigt, seine Partei UMP komplett umkrempeln zu wollen. "Ich werde den Namen der Partei ändern, eine neue Organisationsstruktur schaffen, sie personell erneuern und die Mitglieder und Spender zurückholen, damit sich die Konten wieder füllen", sagte der 59-Jährige. Wenn ihm das gelinge, dann könnten ihn seine internen Konkurrenten "nicht mehr aufhalten".

(AFP)