1. Politik
  2. Ausland

Frankreichs Ex-Premier François Fillon wegen Korruption verurteilt

Scheinbeschäftigung : Frankreichs Ex-Premier Fillon wegen Korruption verurteilt

Eigentlich lag er in Umfragen vor der Präsidentenwahl 2017 vor Emmanuel Macron, dann brachten Korruptionsvorwürfe François Fillon ins Straucheln. Nun sind der frühere französische Premierminister und seine Frau in einem Prozess schuldig gesprochen worden.

Der ehemalige französische Präsidentschaftskandidat François Fillon ist wegen einer Scheinbeschäftigung seiner Frau zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Gericht verhängte am Montag fünf Jahre Gefängnis, davon drei auf Bewährung, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten. Auch seine Ehefrau Penelope ist für schuldig befunden worden, sie wurde zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Beide müssen außerdem eine Geldstrafe zahlen.

Fillon erschien am Montagmittag gemeinsam mit seiner Frau im Gericht, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Beide trugen eine Schutzmaske gegen Corona. Fillon, Regierungschef unter Präsident Nicolas Sarkozy, hatte jahrelang seine Frau Penelope als Mitarbeiterin angestellt. Sie war als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger Marc Joulaud in der Nationalversammlung tätig. Dabei hat es sich nach Auffassung des Gerichts um eine Scheinbeschäftigung gehandelt. Joulard wurde nun ebenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Fillon hatte im Wahlkampf 2017 gegen den heutigen Präsidenten Emmanuel Macron zeitweise in Führung gelegen. Medien hatten Penelopes jahrelange Anstellung auf Parlamentskosten kurz vor der Präsidentschaftswahl 2017 enthüllt, danach brachen die Umfragewerte ein. Die Vorwürfe hatten Fillons letztlich erfolglose Kandidatur schwer belastet.

Die Richterin erklärte, dass Penelope Fillons Vergütung in keinem Verhältnis zu ihren Aktivitäten gestanden habe, wie der Sender Franceinfo berichtete. Sie habe hauptsächlich Post übermittelt. Die Fillons hatten die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

Die Arbeit brachte der Familie seit 1998 mehr als eine Million Euro ein. Der Skandal kam 2017 nur drei Monate vor der Präsidentschaftswahl in den französischen Medien ans Licht. Fillon verlor daraufhin seinen Ruf und auch den Spitzenplatz in dem Rennen, bei der Wahl landete er auf Platz drei. Als Premierminister diente er von 2007 bis 2012, danach verließ er die Politik.

(anst/dpa)