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Bruni-Interview mit Frauenzeitschrift: Frankreich spekuliert über Sarkozys Comeback

Bruni-Interview mit Frauenzeitschrift : Frankreich spekuliert über Sarkozys Comeback

Lange waren sie und ihr Ehemann von der Bildfläche verschwunden: Nun hat die ehemalige "Première Dame" Frankreichs, Carla Bruni-Sarkozy, Gattin des ehemaligen Staatspräsidenten Nicolas, Spekulationen genährt, ihr Mann kehre auf die politische Bühne zurück.

Sechs Monate ist es her, dass Carla Bruni-Sarkozy kein großes Interview mehr gegeben hat. In der neuesten Ausgabe der Frauenzeitschrift "ELLE" bricht die ehemalige "Première Dame" und Frau des in diesem Jahr abgelösten Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ihr Schweigen. Sie nährt Spekulationen, wonach Sarkozy ein Comeback im politischen Paris wagen könnte.

Zwar halte sie persönlich eine Rückkehr ihre Mannes in die Politik für "unwahrscheinlich", im als "Interview der Wahrheit" titulierten Beitrag schränkte sie jedoch ein, dass sie "keine Expertin der Bewegungen im politischen Leben" sei. Schlussendlich treffen ihr Mann und die Franzosen die Entscheidung.

Seit Wochen kursieren Gerüchte

Französische Medien griffen diese Passage aus dem "ELLE"-Interview gerne auf. In den vergangenen Wochen hielt sich das Gerücht in den Medien und in konservativen Parteikreisen standhaft, der vom Sozialisten Francois Hollande gestürzte Sarkozy feile an einem politischen Comeback.

Auch fast sechs Monate nach der Präsidentenwahl zeigt sich Bruni im Gespräch mit der Frauenzeitschrift verblüfft, "wie die Franzosen auf ihn verzichten konnten, auf seine Energie, seine Vision, seinen Mut, seine Menschlichkeit, seine Intelligenz, seinen Willen."

Ihr Mann sei auch nach der Zeit als Präsident so "konstruktiv, kreativ und entdeckungslustig" wie zuvor, erklärte die 44-jährige Sängerin, die in Frankreich nicht unumstritten ist. Ihrem Mann wird nachgesagt, die politische Niederlage gegen seinen sozialistischen Herausforderer nicht gänzlich verdaut zu haben.

Inszenierte PR-Kampagne?

Einige Medien vermuten eine inszenierte PR-Kampagne von Bruni, um sich und ihren Ehemann zurück in die Öffentlichkeit zu drängen. Andere wiederum sehen in dem Vorstoß der Ex-Präsidentengattin ein allmähliches Ausloten von Sarkozys Chancen für die Wahl 2017.

Politische Beobachter hatten Hollandes Wahlsieg als Abwahl Sarkozy gewertet. Nach anfänglicher Begeisterung für den Sozialisten ändert sich auch bei der Bevölkerung das Lagebild: Seit den Wahlsiegen vom Mai und Juni sind die Zustimmungswerte für den Staatschef in den Keller gerauscht.

Besserung ist nicht in Sicht: Die Arbeitslosenzahlen steigen unaufhörlich, von einem Wiederanspringen der Wirtschaft kann keine Rede sein. So ganz ohne Politik kann Sarkozy offenbar nicht. Vor knapp zwei Wochen meldete sich der frühere Präsident zu Wort und zeichnete ein düsteres Szenario für den Fall eines Untergangs der Europäischen Union.

Sarkozy: Gefahr eines "Krieges"

Er malte die Gefahr eines "Krieges" an die Wand. "Wenn es keine Europäische Union gibt, wird es Krieg geben", sagte Sarkozy nach einer fünfmonatigen Arbeitspause bei einem Vortrag vor Unternehmern.

Der konservative Politiker, der bei der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr dem sozialistischen Herausforderer François Hollande unterlegen war, trat vor den Unternehmern gebräunt und mit Drei-Tage-Bart auf. Er sei nicht auf die Rolle eines Politikers festgelegt, sagte Sarkozy.

Zugleich erwähnte er seinen fortbestehenden Tatendrang. "Ich liebe nicht die Politik sondern das Handeln, Handeln in der Politik oder anderswo", sagte der 57-Jährige. Einen ähnlichen Tatendrang bestätigte auch seine Ehefrau im "ELLE"-Interview.

(nbe)