Frankreich: Mitarbeiter von Emmanuel Macron soll Demonstrant geschlagen haben

Opposition fordert Aufklärung : Macron-Mitarbeiter soll Demonstrant geschlagen haben

Die französische Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen einen Sicherheitsmitarbeiter von Staatschef Macron. Er soll bei einer Demonstration gewalttätig geworden sein. Das hat bereits Konsequenzen für den Mann.

Ein leitender Mitarbeiter von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron soll bei einer Demonstration einen Menschen gewalttätig angegriffen haben. Die Tageszeitung "Le Monde" veröffentlichte ein Video von dem Vorfall. Ein Regierungsvertreter sprach von einem „nicht hinnehmbaren Verhalten“. Der Mitarbeiter sei bereits bestraft worden, das sei die letzte Warnung vor einer möglichen Entlassung gewesen. „Er wurde 15 Tage lang freigestellt, mit Suspendierung des Gehalts.“ Der Mann sei auch nicht mehr für die Sicherheitsorganisation bei Reisen des Staatschefs verantwortlich. Zu den Vorfällen am 1. Mai äußerte sich der Sprecher des Élyséepalastes nicht im Detail.

Der Fall sorgt in Frankreich für Aufsehen, die Opposition fordert eine Antwort Macrons. Der Präsident war in der Dordogne unterwegs und äußerte sich zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage, sie habe am Donnerstag Vorermittlungen aufgenommen. Dabei gehe um die Vorwürfe der Gewalt einer Person mit öffentlichem Auftrag und der Amtsanmaßung.

Wie die Zeitung „Le Monde“ berichtet, hatte der Mitarbeiter bei einer Demonstration zum 1. Mai einen jungen Demonstranten zu Boden gebracht und diesen mehrfach geschlagen. Die Zeitung identifizierte ihn auf einem Video. Der Mitarbeiter habe einen Polizeihelm getragen, obwohl er kein Polizist sei. Er sei während des Präsidentenwahlkampfes 2017 für die Sicherheit Macrons verantwortlich gewesen, schreibt das Blatt.

Der Chef der konservativen Republikaner, Laurent Wauquiez, nannte das Video „schockierend“. Er sagte dem Radiosender Europe 1: „Es ist klar, dass sich Emmanuel Macron äußern und diesen Sachverhalt gänzlich aufklären muss.“ Sozialisten-Chef Olivier Faure sagte dem TV-Sender France 2: „Ich möchte, dass diese Affäre aufgedeckt wird, und dass richtige Strafen folgen(..)“. Die rechtspopulistische Partei „Rassemblement National“ (Nationale Sammlungsbewegung, früher Front National) griff Macron über einen Sprecher scharf an: „Langsam aber sicher wird Frankreich zu einer Art Diktatur, in den Händen eines allmächtigen, sich unreif verhaltenden Präsidenten.“

(wer/dpa/AFP)